ChatGPT macht jetzt GIFs: Images 2.6 animiert Texte und Fotos
OpenAI verteilt mit Images 2.6 eine neue Funktion in ChatGPT: Aus einer Textanfrage oder einem hochgeladenen Foto entsteht direkt ein animiertes GIF. Tempo und einzelne Bilder lassen sich danach noch bearbeiten. Für Entwickler gibt es zwei neue Bildmodelle in der API.

Worum es geht
OpenAI bringt animierte GIFs in ChatGPT. Zusammen mit dem neuen Bildmodell Images 2.6 kann der Chatbot jetzt aus einer schriftlichen Anfrage oder aus einem hochgeladenen Foto direkt ein kurzes, sich wiederholendes Animationsbild im GIF-Format erzeugen. Zuerst berichtete The Verge am 4. November 2026 darüber, danach griffen Unite.AI, XDA Developers und CryptoBriefing die Meldung auf.
Die Funktion wird laut OpenAI an alle ChatGPT- und Codex-Nutzer verteilt, und zwar im Web sowie in den Desktop- und Mobil-Apps. Codex ist OpenAIs Programmierassistent. Eine Einschränkung auf bestimmte Bezahlpläne nennen die Quellen nicht. Bei solchen Rollouts kann es allerdings einige Tage dauern, bis die Funktion bei allen ankommt.
Was die GIF-Funktion kann
Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten. Du beschreibst, was du sehen möchtest, oder lädst ein Bild hoch, und ChatGPT animiert es. OpenAI zeigt das an einem passenden Beispiel: Auf die Bitte
„Kannst du ein GIF von einer tanzenden Katze machen?“
liefert ChatGPT die Animation und bietet gleich weitere Einstellungen an.
Ist das GIF fertig, kannst du:
- das Abspieltempo ändern, die Animation also schneller oder langsamer laufen lassen,
- die einzelnen Frames ansehen, also die Einzelbilder, aus denen die Animation besteht,
- gezielt einzelne Frames überarbeiten,
- das fertige GIF teilen.
CryptoBriefing weist darauf hin, dass gerade die Bearbeitung einzelner Frames mehr bringt, als man zunächst denkt. Wenn ein Bild misslingt, muss man nicht die ganze Animation neu erzeugen lassen. Man korrigiert zum Beispiel nur die verunglückte Pfote und behält den Rest des Tanzes. Bisher gab es in ChatGPT keinen direkten Weg zum GIF. Wer eine Animation wollte, musste mehrere Einzelbilder erzeugen und diese in einem anderen Programm zusammenfügen.
Außerdem soll Images 2.6 Bilder allgemein schneller erzeugen. Konkrete Zahlen dazu nennt OpenAI laut den Quellen nicht.
Technik: 9 Bilder, je eine Fünftelsekunde
CryptoBriefing hat Spuren der Funktion schon vor dem offiziellen Start in OpenAIs Code gefunden. Am 3. November 2026 hat OpenAI im öffentlichen Codex-Repository einen Pull Request übernommen, also eine Codeänderung, die GIF-Ausgabe über die Images-API ermöglicht. Daraus gehen folgende Eckdaten hervor:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Anzahl der Frames | 2 bis 16 |
| Standard | 9 Frames |
| Anzeigedauer pro Frame | 200 Millisekunden |
| Länge eines Standard-GIFs | ca. 1,8 Sekunden pro Durchlauf |
Ein Standard-GIF besteht also aus neun Bildern, die jeweils eine Fünftelsekunde zu sehen sind. Das genügt für eine kurze Geste oder eine einfache Bewegung, aber nicht für einen Kurzfilm.
Der Code unterstützt laut CryptoBriefing außerdem Bearbeitungen über ein Spritesheet. Das ist ein einzelnes Bild, auf dem alle Frames wie in einem Raster nebeneinander liegen. Videospiele nutzen diese Technik schon lange für Animationen. Während die Animation entsteht, bleibt zudem eine Standbild-Vorschau sichtbar.
Für Entwickler steckt die GIF-Funktion in der API derzeit noch hinter einem Feature-Flag, also einem Schalter, der die Funktion bisher deaktiviert lässt. Öffentlich dokumentiert ist sie auch noch nicht. Apps von anderen Anbietern können sich deshalb vorerst nicht darauf verlassen.
Zwei neue API-Modelle: Flare und Sunburst
Für Entwickler stellt OpenAI zwei Modelle bereit:
- GPT-Image-2.6 Flare ist auf schnelle Erzeugung ausgelegt,
- GPT-Image-2.6 Sunburst ist auf höhere Bildqualität ausgelegt.
Diese Aufteilung gab es schon bei Version 2.5. Damals bezeichnete OpenAI Flare als Standard für die meisten Anwendungen, etwa für schnelle Prototypen und große Mengen an Bildern. Sunburst war für anspruchsvolle Arbeiten gedacht, etwa Werbekampagnen oder hochwertige Produktfotos, und brauchte dafür länger, bot aber mehr Kontrolle bei Bearbeitungen. Preise für die 2.6-Modelle nennen die Quellen nicht.
CryptoBriefing schreibt, dass für GPT Image 2.6 außerdem 4K-Auflösung und Bearbeitungen per Markierung erwartet werden. Dabei zeichnet man direkt ins Bild ein, was sich ändern soll. Offiziell bestätigt ist das in den vorliegenden Quellen allerdings nicht.
Wie es dazu kam: von DALL·E bis Images 2.5
Die GPT-Image-Reihe hat DALL·E als OpenAIs Bildgenerator abgelöst. Heise zeichnet die Entwicklung nach: 2025 kam mit dem multimodalen Modell 4o eine neue Bilderzeugung, die DALL·E ersetzte. Im April 2026 folgte Images 2.0 mit einem „Thinking“-Modus und Websuche. Am 8. September 2026 erschien Images 2.5, ungefähr zur selben Zeit wie GPT-6.
Images 2.5 brachte laut OpenAI feinere Details, besseres Licht und bessere Texturen. Personen und Objekte aus Referenzbildern wurden treuer übernommen, und über mehrere Bearbeitungen hinweg blieb das Ergebnis stimmiger. Die Wartezeit sank im Vergleich zu Images 2.0 um bis zu 50 Prozent. Dazu kamen neue Werkzeuge:
- Sketch: Man zeichnet eine grobe Skizze als Vorlage. Laut Heise kannte man das von Stable Diffusion allerdings schon seit 2023.
- Templates: Vorlagen etwa für Poster, Flyer oder Produktfotos. ChatGPT fragt dabei Text, Stil und Aufteilung über ein Formular ab.
- Kommentare im Bild für gezielte Änderungen.
- Prompts teilen, damit andere die Idee mit eigenen Fotos weiterbearbeiten können.
Heise erinnert außerdem daran, dass OpenAIs Bilder seit 2024 digitale C2PA- und SynthID-Wasserzeichen tragen. Das sind unsichtbare Markierungen, an denen man KI-Bilder erkennen kann. Seit August 2026 müssen Anbieter in der EU fotorealistische KI-Inhalte kennzeichnen. Ob die Wasserzeichen auch in den neuen GIFs stecken, sagen die Quellen nicht.
Nutzungszahlen
Nach Angaben von OpenAI entstehen über ChatGPT und die API inzwischen mehr als 4 Milliarden Bilder pro Woche. Bei der Vorstellung von Images 2.5 im September waren es noch über 3 Milliarden. Unite.AI merkt an, dass diese Zahl alle Bildaktivitäten zusammenfasst und nichts darüber sagt, wie oft die neue GIF-Funktion genutzt wird. Laut Heise gehören zu den Geschäftskunden von OpenAIs Bildmodellen auch Adobe, Canva und Higgsfield.
Einordnung
Technisch ist das kein großer Sprung, im Alltag aber praktisch. GIFs gehören nach wie vor zu den beliebtesten Formaten für Reaktionen, Memes und Social Media. Social-Media-Teams, Marketing-Leute und Meme-Bastler sparen sich damit den Umweg über externe Tools. Die Bearbeitung einzelner Frames geht über das bloße „noch mal würfeln“ hinaus, das viele Bildgeneratoren bieten.
Die Grenzen sind allerdings eng. Bei höchstens 16 Frames bleibt es bei kurzen, einfachen Schleifen. Wer echte Clips will, braucht weiterhin Videogeneratoren wie OpenAIs Sora oder Konkurrenzangebote. Offen ist auch, wie flüssig und stimmig die Animationen in der Praxis aussehen. Unabhängige Tests liegen bisher nicht vor, und das Katzen-Demo stammt von OpenAI selbst. Für Entwickler heißt es abwarten: Die Grundlagen stehen im Code, aber solange Feature-Flag und Dokumentation fehlen, lässt sich die GIF-Ausgabe über die API nicht verlässlich nutzen.
Quellen
- Unite.AI unite.ai
- Bing News (en-US) cryptobriefing.com
- xda-developers.com xda-developers.com
- heise.de heise.de
- The Decoder (EN) the-decoder.com
- The Decoder (DE) the-decoder.de
- Bing News (en-US) thenextweb.com
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