Gerüchte: Googles „Gemini 4 Carbon“ im Test – besser in 3D, aber langsamer
Googles noch unveröffentlichtes Modell „Gemini 4 Carbon“ soll laut Leaks bei ausgewählten Partnern und in der Vergleichsplattform LM Arena getestet werden. Erste Tester sehen Fortschritte bei 3D-Aufgaben gegenüber „Argon“, berichten aber von deutlich längeren Antwortzeiten. Offiziell bestätigt ist nichts.

Worum es geht
Google arbeitet offenbar an einem neuen Modell der Gemini-4-Familie mit dem Codenamen „Carbon“. Laut dem Portal Testingcatalog, das sich auf Beiträge von Testern beruft, wird das Modell seit dem 23. Oktober 2026 (Ortszeit) an einige externe Partner ausgegeben und zudem auf LM Arena geprüft, einer Plattform, auf der Nutzer KI-Modelle anonym gegeneinander vergleichen. Das geschieht etwa eine Woche nach dem Auftauchen von „Argon“, einem anderen Gemini-4-Modell. Offiziell hat Google nichts bestätigt.
Was bisher bekannt war
Anfang Oktober hatte Business Insider unter Berufung auf interne Dokumente und Bildschirmfotos über Carbon berichtet. Google-Mitarbeiter testeten das Modell damals im internen Coding-Werkzeug „Jetski“. Ein Mitarbeiter sagte, die Coding-Fähigkeit fühle sich „wie Opus 5.5“ an (ein Modell von Anthropic), betonte aber, es brauche weitere Tests. Unklar ist bis heute, ob Carbon ein Update von Argon oder ein eigenständiges Modell ist.
Was die ersten Tester berichten
Der Leak-Account „Lentils“ auf X schrieb am 21. Oktober, das Early Access Program (EAP, also ein Vorab-Zugang für eingeladene Nutzer) von Carbon sei gestartet und der Release nah. Am 22. Oktober zeigte er Ergebnisse einer aktualisierten Testversion. Carbon sei bei 3D-Aufgaben spürbar besser als Argon, aber nicht perfekt. Google konzentriere sich offenbar zuerst auf diesen Bereich, bevor Frontend und UI folgen. Der Eindruck: Das Modell antworte langsamer, gehe Aufgaben aber engagierter an.
Der Account „Lyra“ teilte einen Screenshot der Dokumentation zum Early Access Program für die Gemini API. Demnach können eingeladene Entwickler, Forscher und Partner Modelle in der Gemini API und in AI Studio vor dem Release nutzen. Das belegt allerdings nicht, dass Carbon extern getestet wird.
Der Account „Lumina“ verglich eine „Voxel-Pagode“ (eine Pagode aus kleinen Würfeln) mit Ergebnissen anderer Spitzenmodelle. Die Qualität sei deutlich höher als bei Argon.
Schwächen: Tempo und Webdesign
Einig sind sich die Tester beim Tempo: Laut Lumina dauerte die Bearbeitung je nach Aufgabe 2 bis 4 Mal so lang wie bei Argon. Bei Webseiten-Optik und Oberflächen (UI) gebe es weiterhin Defizite. Insgesamt war Luminas Eindruck über die vielen getesteten Aufgaben aber gut.
Einordnung
Die Meldung ist ein Gerücht aus zweiter Hand: Die Ergebnisse stammen aus selbst gewählten Aufgaben einzelner Nutzer, und es ist nicht sicher, welche Testversion tatsächlich ausgegeben wurde. Leistung und Veröffentlichungstermin sind nicht offiziell bestätigt. Interessant ist sie dennoch, weil sie zeigt, dass Google parallel mehrere Gemini-4-Varianten testet und offenbar zunächst 3D- und Coding-Fähigkeiten verbessert, auf Kosten der Geschwindigkeit. Ob das Modell im Alltag überzeugt, lässt sich erst nach dem Release beurteilen.
Quellen
- AI Times (KR) aitimes.com