Google bringt Gemini 3.6 Flash und 3.5 Flash-Lite – Gemini 3.5 Pro lässt weiter auf sich warten
Google hat zwei neue Flash-Modelle für KI-Agenten vorgestellt, dazu ein Cybersecurity-Modell, das nur ausgewählten Partnern zugänglich ist. Gemini 3.5 Pro, im Mai für Juni angekündigt, fehlt weiterhin. Inzwischen hat Google laut anderen Berichten mit Gemini 4 Argon und Carbon nachgelegt.

Worum es geht
Google hat in einem Blogbeitrag vom 21. Juli zwei neue Modelle der günstigen und schnellen „Flash“-Reihe vorgestellt: Gemini 3.6 Flash und Gemini 3.5 Flash-Lite. Beide sind laut Google für den Betrieb von KI-Agenten im großen Maßstab gedacht und sollen „Effizienz, geringe Latenz und Zuverlässigkeit“ bieten. Hinzu kommt Gemini 3.5 Flash Cyber, ein Spezialmodell für Cybersicherheit. Mashable berichtete darüber; das große Modell Gemini 3.5 Pro fehlt weiterhin.
Die drei Modelle im Überblick
| Modell | Rolle | Preis pro 1 Mio. Token (Ein-/Ausgabe) | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Gemini 3.6 Flash | Allzweck-„Arbeitspferd“ | 1,50 $ / 7,50 $ | Entwickler |
| Gemini 3.5 Flash-Lite | schnellstes Modell der 3.5-Reihe | 0,30 $ / 2,50 $ | Entwickler |
| Gemini 3.5 Flash Cyber | Schwachstellen finden und patchen | nicht genannt | nur Regierungen und ausgewählte Partner |
Gemini 3.6 Flash soll sich gegenüber 3.5 Flash bei Programmieren, Wissensarbeit und multimodalen Aufgaben (Text, Bild und mehr) verbessert haben und ist trotzdem günstiger. Google veröffentlichte dazu Benchmarks, die Verbesserungen in mehreren Bereichen zeigen; die Zahlen nennt Mashable nicht im Einzelnen. Das Modell hat zudem erweiterte Schutzmaßnahmen gegen Jailbreaks (Tricks, die Sicherheitsregeln aushebeln) im Zusammenhang mit chemischem, biologischem, radiologischem und nuklearem Missbrauch sowie Cyberangriffen, soll aber unnötige Ablehnungen bei legitimen Anfragen vermeiden.
Gemini 3.5 Flash-Lite ist auf hohen Durchsatz und kurze Antwortzeiten ausgelegt, etwa für agentische Suche und Dokumentenverarbeitung. Laut den von Google zitierten Zahlen von Artificial Analysis schafft es 350 Ausgabe-Token pro Sekunde. In Agenten-Benchmarks soll es die vorherige Flash-Lite-Generation übertreffen.
Gemini 3.5 Flash Cyber wird in CodeMender eingesetzt, Googles Agent für Code-Sicherheit. Wegen des „Dual-Use“-Risikos – ein Modell, das Lücken findet, kann auch beim Angriff helfen – bleibt es begrenzt: Google plant ein Pilotprogramm nur für Regierungen und ausgewählte Partner.
Und Gemini 3.5 Pro?
Sundar Pichai hatte auf der I/O im Mai den Start von Gemini 3.5 Pro für Juni angekündigt. Stattdessen heißt es nun, das Modell werde „mit Partnern getestet“ und komme „sobald es bereit ist“. Zugleich seien Trainingsläufe für ein künftiges Gemini 4 begonnen worden. Mashable verweist auf den Druck der Konkurrenz: Anthropic und OpenAI hätten mit Fable 5 und GPT-5.6 Sol neue Spitzenmodelle veröffentlicht, und das chinesische Labor Moonshot habe mit Kimi K3 ein günstigeres, aber konkurrenzfähiges Open-Source-Modell gebracht.
Was seitdem geschah
Andere Berichte aus den Folgemonaten (CNET, Ars Technica, note.com) zeigen, wie es weiterging – sie betreffen nicht direkt die Flash-Modelle, ordnen aber die Lage ein: Ende September erschien Gemini 4 Argon, laut Ars Technica Googles erstes neues Spitzenmodell seit 11 Monaten. Rund zwei Wochen später, am 28. Oktober (US-Zeit), folgte Gemini 4 Carbon, das Google als sein bislang stärkstes Modell bezeichnet, mit Schwerpunkt auf Cybersicherheit. Laut Google belegt es mit 59 Punkten Platz 1 im Gesamtindex von Artificial Analysis. Ars Technica merkt an, dass Carbon Argon in allen Tests nur knapp schlägt und die Lücke zur Konkurrenz (GPT-6 Astra, Claude Opus 5.5) nur wenige Punkte beträgt; es könne auch ein Post-Training-Upgrade von Argon sein.
Carbon steht bisher nur ausgewählten Cyber-Verteidigern im „Fairwind Program“ zur Verfügung, ein Termin für alle fehlt. Die API-Preise nennt note.com mit 2 $/10 $ pro Million Token zum Start und später 4 $/20 $. Die Sicherheitswerte (etwa 0 % Betrug in Tests) sind Herstellerangaben ohne Schutzmechanismen gemessen. Außerdem stellte Google laut CNET das Weltmodell Genie 4 vor, das erstmals Audio kann; es gibt eine Warteliste.
Einordnung
Die Flash-Modelle sind vor allem für Entwickler und Firmen interessant, die Agenten günstig und schnell betreiben wollen. Der sinkende Preis bei 3.6 Flash und die hohe Geschwindigkeit von Flash-Lite sind die greifbaren Fortschritte. Alle Leistungsangaben stammen von Google selbst; unabhängige Tests sind in den Quellen nur bei der Geschwindigkeit (Artificial Analysis) erwähnt. Auffällig ist das Muster, dass die stärksten Modelle – Flash Cyber, später Argon und Carbon – zunächst nur eingeschränkt verfügbar sind, begründet mit Missbrauchsrisiken. Für normale Nutzer heißt das: Wirklich ausprobieren lassen sich vorerst vor allem die Flash-Varianten. Offen bleibt, wann die Spitzenmodelle breit zugänglich werden.
Quellen
- Google News (GB) mashable.com
- cnet.com cnet.com
- note.com note.com
- arstechnica.com arstechnica.com
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