Google: Gemini-Modelle helfen bei der Entwicklung ihrer Nachfolger
Laut Mitgründer Sergey Brin arbeiten Googles Gemini-Modelle inzwischen an der Entstehung der nächsten Generation mit. Sundar Pichai betont, dass vollautonome Selbstverbesserung noch Jahre entfernt ist und Menschen die finalen Entscheidungen treffen.

Worum es geht
Google setzt bei der Entwicklung seiner nächsten KI-Generationen verstärkt auf die eigene KI. Das berichtet ad-hoc-news.de (Redaktion boerse-global.de) am 24. Oktober 2026 unter Berufung auf Aussagen von Google-Mitgründer Sergey Brin und Konzernchef Sundar Pichai. Demnach arbeiten die Gemini-Modelle mittlerweile an der Entstehung ihrer eigenen Nachfolger mit. Brin spricht davon, dass Google damit in einen Kreislauf schrittweiser „rekursiver Selbstverbesserung“ eintrete – gemeint ist, dass eine KI hilft, bessere KI zu bauen, die wiederum beim nächsten Schritt hilft.
Was die KI konkret übernimmt
Laut Bericht übernehmen die Systeme Aufgaben wie die Suche nach geeigneten Modellarchitekturen (also dem grundsätzlichen Aufbau eines Modells), die Optimierung von Trainingsabläufen und die systematische Bewertung der Leistungsfähigkeit. In der Praxis schlägt das System neue „Trainingsrezepte“ vor und bewertet sogenannte Checkpoints – gespeicherte Zwischenstände eines laufenden Trainings. Die finalen Entscheidungen bleiben bei menschlichen Entwicklern.
Brin betonte, frühere Flash-Modelle (Googles schnelle, kleinere Modellreihe) hätten die technische Grundlage dafür geschaffen, die KI direkt in die Ausarbeitung der kommenden Generation einzubinden. Die Rückkopplungsschleife sei noch in einem frühen Stadium, beschleunige die internen Innovationszyklen aber bereits spürbar. Menschliche Wissenschaftler blieben essenziell; die Modelle seien Unterstützung, kein Ersatz.
Pichais Einordnung
Pichai bremst zu hohe Erwartungen: Google sei von einem vollständigen Endzustand autonomer rekursiver Selbstverbesserung noch weit entfernt, vollkommen autonome Prozesse lägen Jahre in der Zukunft. Aktuell nutzten die Forschungsteams spezialisierte KI-Agenten zur Assistenz in Teilbereichen. Für die kommenden zwölf Monate erwartet er eine anhaltende Beschleunigung durch Rückkopplungseffekte und für 2027 weitere Fortschritte.
Zum Thema Programmcode: Im April 2026 stammten nach früheren Angaben 75 Prozent des neuen Codes bei Google von KI. Diese Zahl nannte Pichai nun bedeutungslos, weil praktisch jeder Code im Unternehmen in irgendeiner Form von KI beeinflusst sei. Bei Gemini 4 Argon habe der KI-Einsatz die nötigen Code-Rollbacks (das Zurücknehmen fehlerhafter Änderungen) um ein Drittel reduziert.
Nachfrage und Kapazitätsgrenzen
Gemini 4 Argon verarbeitete in den ersten 72 Stunden nach Veröffentlichung fast 25 Billionen Token (Textbausteine, in denen KI rechnet). Das entspricht etwa dem Dreifachen von Gemini 3.0 im vergleichbaren Zeitraum. Wegen Kapazitätsengpässen musste Google die bereitgestellte Rechenleistung zeitweise drosseln.
Geänderte Produktplanung
Die schnelleren Zyklen veränderten laut Bericht auch die Planung: Das ursprünglich vorgesehene Modell Gemini 3.5 Pro wurde gestrichen, da es laut Pichai nur eine sehr kurze funktionale Halbwertszeit gehabt hätte. Stattdessen schloss Google erkannte Lücken bei Agentenfunktionen und Programmierung Mitte 2026 in rund drei Monaten durch rasche Flash-Iterationen von Version 3.5 bis 3.8. Deren Ergebnisse flossen ins Post-Training (Feinschliff nach dem Haupttraining) von Argon ein.
Branchenumfeld
Der Artikel verweist auf einen Report von Gladstone AI vom Oktober 2026: Die Mehrheit der befragten Forscher bei Anthropic und DeepMind rechne innerhalb von 3 bis 12 Monaten mit dem Beginn wirksamer rekursiver Selbstverbesserung. Details zur Methodik nennt die Quelle nicht.
Einordnung
Dass KI beim Bau von KI hilft, ist für Branchenbeobachter ein zentrales Thema, weil es Entwicklungstempo und Sicherheitsfragen betrifft. Die Aussagen stammen jedoch von Google selbst und sind nicht unabhängig überprüft; konkrete Messwerte (etwa wie viel schneller Entwicklung tatsächlich wurde) fehlen bis auf die Rollback-Angabe. Auffällig ist die Spannung zwischen Brins Wortwahl („rekursive Selbstverbesserung“) und Pichais Dämpfung auf „assistierende Agenten“. Die Quelle ist zudem ein Finanzportal mit eingestreuter Werbung für EU-AI-Act-Leitfäden; die Informationen sind eine Zweitverwertung, die Originalaussagen liegen hier nicht vor.
Quellen
- Google News (DE) ad-hoc-news.de