Local Code: Draw Things bringt offenen KI-Agenten lokal auf den Mac
Die Mac-App-Entwickler von Draw Things haben Local Code veröffentlicht, einen quelloffenen KI-Agenten, der Qwen- und DeepSeek-Modelle direkt auf dem eigenen Rechner ausführt. Lokal ist die Nutzung kostenlos, ein Mac-App-Store-Release soll bald folgen. Die Leistungsangaben stammen allerdings nur von den Entwicklern.

Worum es geht
Draw Things, bekannt durch eine App für lokale KI-Bilderzeugung auf Apple-Geräten, hat „Local Code“ veröffentlicht: einen quelloffenen KI-Agenten für den Mac. Ein Agent ist eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbstständig Aufgaben ausführt, etwa Programme schreiben, Dateien bearbeiten oder im Browser handeln. Der Release-Post ist auf den 28. Oktober 2026 datiert, MacRumors berichtete am 30. Oktober. Local Code lässt Qwen- und DeepSeek-Modelle auf dem eigenen Mac laufen. Eine Version für den Mac App Store soll bald erscheinen.
Was der Agent kann
Laut Release-Post werden Modelle über eine eingebaute Auswahl heruntergeladen; externe Installationen, Anmeldungen, API-Schlüssel oder zusätzliche MCP-Server (Schnittstellen, über die Agenten Werkzeuge anbinden) sind nicht nötig. Zu den Aufgaben zählen:
- Bilder, Videos und Infografiken erzeugen, mit eingebautem Python und dem Werkzeug draw-things-cli
- Folien und Erklärvideos erstellen
- Python- und JavaScript-Code schreiben oder prüfen
- Tabellen, Word- und PowerPoint-Dateien aktualisieren
- Einen integrierten Browser nutzen, etwa um sich auf einer Website einzuloggen und einen Termin zu vereinbaren
- Mit Fotos, Nachrichten, Mail, Notizen und Kalender arbeiten, um Inhalte zusammenzufassen oder, wo möglich, zu ändern
MacRumors ergänzt: Mail, Nachrichten und Notizen werden nur mit Erlaubnis des Nutzers gelesen, Kalendereinträge nur mit Erlaubnis geändert. Laut Dokumentation beschränkt Apples App Sandbox (ein Schutzmechanismus, der Apps vom Rest des Systems abschottet) den Zugriff auf Dateien und Systembereiche.
Modelle und Hardware
| Modell | Größe | Download (quantisiert) | Empfohlener Mac-Speicher |
|---|---|---|---|
| Qwen 3.8 27B | 27 Mrd. Parameter | 10 GiB | ab 16 GiB RAM |
| DeepSeek 4 Flash 0731 | 304 Mrd. Parameter, nur Text | 89 GiB | ab 48 GiB RAM |
| DeepSeek 4.1 Flash 1017 | 763 Mrd. Parameter | 376 GiB | ab 64 GiB RAM |
Quantisiert heißt: Die Zahlen des Modells werden gröber gespeichert, was Platz spart und etwas Qualität kosten kann. Beim größten Modell soll laut Draw Things ein Betrieb mit nur 36 GiB tatsächlich belegtem Arbeitsspeicher möglich sein, bei rund 350 Tokens pro Sekunde beim Einlesen des Prompts und rund 18 Tokens pro Sekunde beim Schreiben (ein Token ist ein Textschnipsel, etwa eine Silbe). Das Paket selbst braucht dennoch 376 GiB Speicherplatz. MacRumors nennt Downloads von rund 89 GB oder 376 GB für die großen DeepSeek-Modelle und 10 bis 21 GB für die empfohlenen kleineren.
Herstellerangaben zur Qualität
Die Entwickler sagen, DeepSeek 4.1 Flash 1017 übertreffe in vielen Benchmarks und im Alltag GPT-5.6 Sol. Ihre eigenen Wiederholungen der Tests stimmten eng mit den offiziellen Ergebnissen überein, nach der Quantisierung gebe es keinen Intelligenzverlust. Gezeigt werden Werte für eine 2-Bit-S-Quantisierung. Zudem nutze das Format die Neural Accelerators des M5 Ultra und biete führende Prompt-Verarbeitung und kürzere Zeit bis zum ersten Token. Das sind ausschließlich Eigenangaben, unabhängige Messungen werden nicht genannt.
Datenschutz
Bei lokalen Modellen werden Prompts und Dateien laut MacRumors auf dem Mac verarbeitet und nicht an einen Cloud-Anbieter gesendet. Wählt man ein Cloud-Modell, gehen Prompts und relevante Dateien an den gewählten Anbieter. Der Vorteil hängt also von der Modellwahl ab; wer sensible Daten verarbeitet, sollte prüfen, dass ein lokales Modell aktiv ist. Da der Code offen ist, lässt sich der Umgang mit Daten einsehen.
Was du zum Ausprobieren brauchst
- Einen Mac mit Apple-Silicon-Chip; ein Windows-/Linux-PC oder Google Colab reicht nicht, da die App für den Mac gebaut ist.
- Für Qwen 3.8 27B: mindestens 16 GiB RAM und etwa 10 GB freien Speicher.
- Für DeepSeek 4 Flash 0731: ab 48 GiB RAM und rund 89 GB Platz.
- Für das größte Modell: ab 64 GiB RAM und 376 GiB Platz.
- Eine schnelle Internetverbindung für die Downloads.
Einordnung
Ein komplett lokaler, offener Agent mit Browser, Office-Dateien und Systemzugriff ist für Mac-Nutzer attraktiv, die keine Cloud-Dienste oder Abos wollen. Der Einstieg mit dem 27B-Modell ist für viele Macs realistisch. Vorsicht gilt bei den Aussagen zum Vorsprung vor GPT-5.6 Sol und zur verlustfreien Quantisierung: Sie sind unabhängig nicht bestätigt. Auch die Praxistauglichkeit der 18 Tokens pro Sekunde und die Sicherheit eines Agenten, der Mails und Kalender bearbeitet, müssen Tests zeigen. Die Modelle selbst stammen von Qwen und DeepSeek; Draw Things liefert die App.
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Quellen
- Bing News (en-US) letsdatascience.com
- heise.de heise.de
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