MacPaw startet Eney: KI-Assistent für Mac und iPhone, der vor dem Handeln fragt
MacPaw, die Firma hinter Setapp und CleanMyMac, hat den KI-Assistenten Eney veröffentlicht. Er beobachtet Apps, Dateien und Systemzustand, bereitet nächste Schritte vor und handelt nur nach Bestätigung. Nach einer 14-tägigen Testphase kostet er ab 14,99 US-Dollar im Monat.

Worum es geht
MacPaw, das Unternehmen hinter der Software-Sammlung Setapp und Mac-Tools wie CleanMyMac, hat Eney vorgestellt, einen KI-Assistenten für Mac und iPhone. Die Pressemitteilung ist auf den 15. Oktober 2026 datiert (Boston); deutsche und US-Medien berichteten Ende Oktober. Eney soll erkennen, womit man gerade arbeitet, den nächsten Schritt vorbereiten und vor jeder Aktion um Erlaubnis fragen. MacPaw nennt das „proaktiv, nie autonom“.
Was Eney kann
Eney läuft direkt auf dem Mac und nicht in einem Browser-Tab. Es liest den Kontext aus Apps, Dateien und Kalender. Laut MacPaw erinnert es an anstehende Meetings, bietet beim Start eine Transkription an und erstellt danach Notizen, Aufgaben und eine Folgeeinladung zur Freigabe. Dafür ist kein zusätzlicher Bot im Meeting nötig.
Weitere Funktionen auf dem Mac: - Kopier-Vorschläge: Wer Text kopiert, bekommt passende Weiterverarbeitungen angeboten. - Eney Wand (Option-W): Inhalte werden auf den „Wand“ gezogen und verarbeitet – etwa übersetzen, Preise umrechnen, Datum in Kalendereintrag verwandeln, Text aus Bildern ziehen oder laut Unite.AI sensible Bereiche verpixeln, ohne Screenshots zu speichern. - Workflows: „Morning Brief“, „Plan My Day“ und „Weekly Review“, auf Wunsch zeitgesteuert. - Mac-Pflege: Warnungen bei knappem Speicherplatz, hoher Speicherauslastung oder abstürzenden Apps; Vorschläge zum Aufräumen des Download-Ordners. Verschoben wird nichts ohne Bestätigung. - Eney Spell: Rechtschreib-, Grammatik- und Formulierungsprüfung in Mail, Slack, Notizen und Browser. - Doppeltes Tippen der Option-Taste öffnet Eney per Text- oder Spracheingabe.
Unterstützt werden acht Sprachen, darunter Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, brasilianisches Portugiesisch und Ukrainisch. Die Website nennt zudem Dokumentaufgaben (PDFs teilen, Formate konvertieren) sowie Bildgenerierung, Videoschnitt und QR-Codes.
Anbindungen
Apple Mail, Kalender und Erinnerungen funktionieren sofort. Hinzu kommen Gmail, Google Kalender, Google Drive, Slack, Notion, Jira und Linear; weitere Konnektoren sollen folgen. Laut FAQ greift Eney nur mit Erlaubnis auf Apps und Dateien zu, und jede KI-Anfrage läuft über Setapps integrierten KI-Dienst und verbraucht Credits.
Mnemos: eigene Speicherschicht
Eney ist das erste Produkt auf MacPaws eigenem KI-Stack. Kern ist Mnemos, eine Gedächtnisschicht (Memory Layer – ein System, das sich Fakten über den Nutzer merkt). Eney aktualisiert Fakten nach Korrekturen und zeigt an, wenn eine Antwort auf Erinnerung beruht. Mnemos verwaltet laut MacPaw nur Eneys eigenen Speicher und liest oder ändert keine Nutzerdateien.
Laut Dokumentation unterscheidet Mnemos zwischen „Told“ (vom Nutzer genannte Präferenzen), „Written“ (Fakten aus Dateien, Mails, Notizen mit Quelle) und „Observed“ (beobachtete, als vermutet markierte Muster). Standardmäßig arbeitet es lokal, Cloud-Aufrufe sind Opt-in; sensible Einträge können in einem verschlüsselten Tresor mit optionalem Touch ID liegen, und sensible Daten werden vor der Modellnutzung geschwärzt. Mnemos läuft auf Liquid Foundation Models, die MacPaw gemeinsam mit Liquid AI entwickelt und für Apple Silicon optimiert hat. Es ist laut Dokumentation noch in Entwicklung; Demos gibt es auf Anfrage.
In internen Referenzläufen vom September 2026 erreichte Mnemos laut MacPaw 89,0 Prozent auf LongMemEval-S (500 Fragen) und 100 Prozent bei Einzelsitzungs-Erinnerung, verglichen mit mem0, Zeps Graphiti und MemOS. MacPaw warnt selbst, dass Werte anderer Hersteller aus anderen Testaufbauten nicht direkt vergleichbar sind. Es handelt sich also um Herstellerangaben.
Was du zum Ausprobieren brauchst
- Ein Mac mit Apple-Silicon-Chip (M-Serie) und macOS 15 oder neuer; Intel-Macs werden nicht unterstützt.
- Download über eney.ai. Die iPhone-Begleit-App (rund 263 MB) braucht iOS 26.0 oder neuer.
- Internetverbindung, da Anfragen über Setapps KI-Dienst laufen.
- Eine Setapp-Mitgliedschaft ist auf dem Mac nicht nötig, Anmeldung mit Setapp-Konto ist möglich. Auf dem iPhone ist die Lage unklar: Die App-Beschreibung richtet sich an aktive Setapp-Mitglieder.
Preise
| Tarif | Credits pro Monat | Preis pro Monat |
|---|---|---|
| Testphase (14 Tage) | 10.000 | kostenlos |
| Starter | 10.000 | 14,99 $ |
| Boost | 25.000 (MacRumors, appgefahren) bzw. 20.000 (Unite.AI) | 29,99 $ |
| Power | 50.000 (MacRumors, appgefahren) bzw. 30.000 (Unite.AI) | 49,99 $ |
Die Quellen widersprechen sich bei den Credits für Boost und Power. Abos verlängern sich monatlich, sind jederzeit kündbar, und nicht genutzte Credits verfallen. Einfache Aufgaben kosten wenige Credits, größere mehr.
Einordnung
Eney setzt auf Vertrauen statt auf volle Autonomie. MacPaw verweist auf eigene Umfrage unter US-Mac-Nutzern (Juli/August 2026): 81 Prozent nutzten in den letzten drei Monaten ein KI-Werkzeug, aber nur 39 Prozent sagen, KI sei fester Teil ihrer Arbeit. Das ist ebenfalls eine Herstellerangabe. Gemessen an Konkurrenz wie Chatbots oder Apples eigenen Funktionen liegt der Reiz in der tiefen Systemintegration und dem Gedächtnis. Kritisch: Das Credit-Modell mit Verfall kann bei intensiver Nutzung teuer werden, die Benchmarks sind intern, und die unklare iPhone-Zugangsregelung sowie der Entwicklungsstand von Mnemos lassen Fragen offen. Das Startdatum wird in den Quellen unterschiedlich dargestellt (15. Oktober laut Pressemitteilung, 28. Oktober Berichte).
Quellen
- Google News (DE) appgefahren.de
- macrumors.com macrumors.com
- unite.ai unite.ai
- finance.yahoo.com finance.yahoo.com
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