Mortar: KI-Agent baut per Satz Gebäude in Minecraft – mit Geister-Vorschau

Das Open-Source-Tool Mortar läuft im Terminal und baut in deiner Minecraft-Welt, was du beschreibst. Erst zeigt es das Bauwerk als durchsichtigen „Geist“, platziert wird nur nach deiner Zustimmung, und ein /undo macht alles rückgängig. Standardmäßig läuft es mit einem kostenlosen lokalen Modell über Ollama.

Tools 30. Okt. 2026 4 Min. Lesezeit Quelle: GitHub (neue Projekte)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Unter dem Namen Mortar hat der GitHub-Nutzer DolphinStronghold9 einen KI-Agenten veröffentlicht, der in einer Minecraft-Welt baut. Die README beschreibt es als „Claude Code für Minecraft“: Du sagst im Terminal, was gebaut werden soll, siehst eine Vorschau und platzierst sie, wenn sie dir gefällt. Das Projekt ist kostenlos, MIT-lizenziert und in Rust geschrieben. Es ist als portables Programm für Windows 10 und 11 verfügbar (aktuelle Version v1.11.2) und unterstützt Minecraft Java Edition 26.1 bis 26.3. Es ist kein Produkt von Mojang, Microsoft oder dem Horizon-Projekt.

So funktioniert es

Mortar besteht aus mehreren Teilen. Im Terminal läuft der Befehl mortar, der mit dem gewählten Sprachmodell plant, zeigt, was sich ändern würde, und vor dem Platzieren nachfragt. Die Verbindung zum Spiel stellt ein Begleiter her:

Spielumgebung Was du installierst
Einzelspieler oder LAN Fabric-Companion im mods-Ordner (mit Fabric Loader und Fabric API), selbst zu bauen
Eigener Paper-Server Paper-Plugin im plugins-Ordner; du musst Operator sein
Minecraft on Rust (Horizon) nichts; „Agent Control“ in den Horizon-Einstellungen aktivieren

Der Fabric-Begleiter liest die Umgebung und zeichnet den Geist; er spricht über einen WebSocket (eine dauerhafte Datenverbindung) nur mit localhost. Beim Paper-Plugin wird der Geist nur an dich als Glas in der Form des Baus gesendet, andere Spieler sehen ihn nicht. Horizon kann noch keinen Geist in der Welt zeichnen; dort öffnet sich die Vorschau in einem eigenen Fenster, und das Platzieren wird über Horizon bestätigt.

Jeder Durchgang ist laut README eine Transaktion: erst Schnappschuss, dann Geist, dann Platzieren, alles in einem Undo-Journal im Ordner .mortar/ der Welt.

Was es kann

  • Geister-Vorschau: Der Bau erscheint als durchsichtige Blöcke, die man umlaufen kann. Mit „Move or rotate first“ lässt er sich vor dem Platzieren verschieben oder drehen.
  • Kontext aus der Umgebung: Vor der Planung liest Mortar Gelände, Biom, den angeschauten Block und nahe Bauwerke. Ein Turm soll so auf dem Hügel stehen statt daneben zu schweben und vorhandene Materialien wie Fichte und Bruchstein nutzen.
  • Ein Schritt zurück: /undo stellt jeden betroffenen Block wieder her, einschließlich des Grases unter dem Fundament. Große Bauten werden in Stapeln platziert, die unter dem Blockänderungs-Limit des Spiels bleiben. /redo bringt das Ergebnis zurück.
  • Datapacks: Bei Spielregeln statt Blöcken schreibt Mortar ein Datapack (Funktionen, Advancements, Rezepte, Loot-Tables) mit passendem Pack-Format, führt /reload aus, liest das Log, behebt Fehler und testet den Effekt. Unerwünschte Packs verschwinden per /undo.
  • Überleben: /materials listet alle benötigten Blöcke in Stacks und als Rohmaterial inklusive Schmelzen. /export <Datei> speichert den Bau als .litematic, .schem oder .nbt.

Beispieleingaben aus der README: ein Steinturm auf dem Hügel mit Fichtendach und Leiter, ein auf drei Blöcke verbreiterter und alle 8 Blöcke beleuchteter Dorfweg oder goldene Karotten, die 10 Sekunden Tempo geben.

Weitere Befehle sind /move, /rotate, /mode ask bzw. /mode auto (vor jeder Änderung fragen oder sofort platzieren) und /model zum Wechseln des Modells.

Modelle, Regeln und Datenschutz

Standardmäßig nutzt Mortar ein kostenloses lokales Modell über Ollama. Wer einen Schlüssel für Claude, GPT oder Gemini hat, kann diese verwenden; dann zahlt man nur den Anbieter, Mortar verkauft keine Tokens. In einer Datei MORTAR.md im Weltordner kann man Regeln festlegen, etwa „keine Bauten im Umkreis von 20 Blöcken um den Spawn“. Mortar darf nur, was der Spieler selbst per Befehl dürfte; auf Servern braucht man also Operator-Rechte. Laut README gibt es keine Telemetrie, Netzwerkaufrufe gehen nur an das gewählte Modell.

Was du zum Ausprobieren brauchst

Die fertige Version ist für Windows 10/11 gedacht: Zip entpacken, Main.exe starten und mortar daneben liegen lassen. Dazu brauchst du Minecraft Java Edition 26.1–26.3 und den passenden Begleiter, den du laut README selbst bauen musst (Rust 1.85+, JDK 25). Für das lokale Standardmodell brauchst du Ollama und je nach Modell eine passende Grafikkarte oder genug Arbeitsspeicher; konkrete Anforderungen nennt die README nicht. Alternativ nutzt du einen Cloud-Schlüssel, dann reicht ein normaler PC. Bedrock Edition wird nicht unterstützt; Mac oder Linux werden als fertiges Paket nicht genannt, der Quellcode lässt sich aber selbst bauen.

Einordnung

Interessant ist weniger die Idee „KI baut in Minecraft“, sondern die Sicherheitsmechanik: Geister-Vorschau, Bestätigung, Schnappschuss und persistentes Undo machen den Agenten ungefährlich für die eigene Welt. Das Zusammenspiel mit WorldEdit und Litematica ist ausdrücklich vorgesehen. Offen bleibt, wie gut die Bauten mit kleinen lokalen Modellen wirklich aussehen; die README zeigt nur Beispiele und nennt keine Benchmarks oder Tests Dritter. Die Hürde, den Companion selbst zu bauen, dürfte Einsteiger bremsen, und die Version 26.1–26.3 ist eng gesteckt. Für Minecraft-Fans, die schon Ollama nutzen, ist es ein vielversprechender Ausflug.

Quellen

#minecraft#agent#open-source#ollama#rust#tooling
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