Perplexity Computer läuft jetzt lokal mit Qwen 3.6 auf dem Mac
Perplexity hat seinen macOS-Agenten „Perplexity Computer“ so erweitert, dass er auf Wunsch ganz ohne Cloud-Sprachmodell arbeitet. Statt eines Online-Modells laufen Qwen 3.6 oder das nachtrainierte PPLX Pro direkt auf dem Mac. Voraussetzung sind ein Apple-Silicon-Mac mit reichlich Arbeitsspeicher und ein kostenpflichtiges Abo.

Worum es geht
Der KI-Anbieter Perplexity hat sein macOS-Agentensystem Perplexity Computer erweitert. Die App steuert einen Mac, auf Wunsch auch aus der Ferne. Bisher war dafür ein Sprachmodell in der Cloud nötig, also ständiger Internetzugang. Jetzt kann die App auch mit lokalen LLMs (Large Language Models, große Sprachmodelle) arbeiten, die direkt auf dem Rechner laufen. Das berichtet heise.
Welche Modelle laufen lokal
Zum Start sind zwei Modelle vorgesehen:
- Qwen 3.6, ein Sprachmodell aus der Qwen-Familie.
- PPLX Pro, ein Qwen-Modell, das Perplexity selbst per Posttraining weiterentwickelt hat. Posttraining bezeichnet das Nachschärfen eines bereits vortrainierten Modells für bestimmte Aufgaben.
Unklar bleibt laut heise, ob künftig weitere lokale Modelle dazukommen und wie gut die Modelle für die Aufgabe optimiert sind.
Anforderungen und Preise
Der Mac muss ein Apple-Silicon-Gerät sein. Perplexity empfiehlt mindestens 36 GByte RAM und nennt neuere Geräte wie die aktuelle Mac-mini-Baureihe mit M6 und M5 Pro. Laut heise gibt es den M6-Kompakt-Mac derzeit aber nicht mit mehr als 32 GByte. Nötig wäre also ein M5-Pro-Modell mit 48 GByte, das mindestens 2659 Euro kostet.
Kostenlos ist das Ganze nicht: Zugriff haben grundsätzlich nur Kunden mit Pro-, Max- oder Enterprise-Abo. Die App wird über perplexity.ai heruntergeladen und ist nicht im App Store verfügbar.
Was lokal möglich sein soll
Perplexity nennt „komplexe Multi-Step-Arbeiten“, die rein lokal erledigt werden können. Beispiele sind Analysen des privaten Finanzportfolios sowie die Arbeit mit Dateien, Notizen, der Nachrichten-App, Tabellenkalkulationen und Apple Mail. Läuft die App rein lokal, sollten keine Daten den Rechner verlassen. Das ist ein Datenschutzvorteil, gerade bei sensiblen Inhalten wie Finanzen und Mails.
Hybrid Compute
Reicht die lokale Leistung nicht, kann man die Cloud zuschalten. Bei „Hybrid Compute“ aktiviert ein lokaler Orchestrator (eine Steuerinstanz, die Aufgaben verteilt) eines von über 15 Frontier-Modellen in der Cloud. Perplexity sagt dazu: „Wie der Nutzer Credits verwendet, liegt in seiner Hand.“ Für die Fernsteuerung des Macs gilt laut Perplexity, dass Code und Tool-Ausführung in isolierten Sandbox-Umgebungen laufen. Das ist eine Herstellerangabe, die heise nicht überprüft hat.
Einordnung
Lokale Agenten sind interessant, weil private Daten auf dem Gerät bleiben und keine Cloud-Abhängigkeit besteht. Die Hürde ist die Hardware: 36 GByte RAM und Apple Silicon schließen viele Nutzer aus, dazu kommt ein Abo. Offen ist, wie reibungslos der Wechsel zwischen lokalem Modell und Cloud funktioniert, wie zuverlässig die lokalen Modelle Rechneraufgaben lösen und ob die Sandbox-Zusagen halten. Das müssen laut heise erst Tests zeigen. Die App selbst ist proprietär, die Modelle Qwen 3.6 sind hier nur Zutat.
Quellen
- heise – KI (DE) heise.de