SoftBank-Tochter macht sechs japanische Sarashina-KI-Modelle gratis nutzbar
SB Intuitions, eine Tochter von SoftBank, hat am 13. Oktober 2026 eine kostenlose Beta des „Sarashina-Service“ gestartet. Darin stecken sechs japanische KI-Modelle für Text, Suche, Übersetzung und Sicherheitsprüfung, nutzbar per Browser-Chat und API.

Worum es geht
SB Intuitions, eine Tochterfirma des Konzerns SoftBank, hat am 13. Oktober 2026 eine kostenlose Beta-Version des „Sarashina-Service“ gestartet. Sarashina ist eine auf Japanisch spezialisierte Familie großer Sprachmodelle (LLMs, also KI-Systeme, die Text verstehen und erzeugen). Der Dienst steht Privatnutzern im Browser und Entwicklern über eine Programmierschnittstelle (API) offen. Die Gewichte der Modelle werden nach den vorliegenden Quellen nicht zum Download angeboten. Es handelt sich um einen Online-Dienst.
Die sechs Modelle
Der Dienst bündelt sechs Modelle für verschiedene Aufgaben:
| Modell | Aufgabe |
|---|---|
| Sarashina3 mini | Textgenerierung und Dialog |
| Sarashina3 nano | schnelle Verarbeitung einfacher Aufgaben in großer Menge |
| Sarashina3 embedding | Umwandlung von Text in Zahlenvektoren für Dokumentensuche und RAG |
| Sarashina3 rerank | Neusortierung von Suchtreffern nach Relevanz |
| Sarashina3 guard | Sicherheits- bzw. Schädlichkeitsprüfung von Eingabetexten |
| Sarashina3 translate | Übersetzung Japanisch–Englisch (und zurück) |
RAG (Retrieval-Augmented Generation) heißt: Ein Modell sucht zuerst passende Dokumente und nutzt sie dann als Grundlage für seine Antwort. Embeddings sind Zahlenrepräsentationen von Text, mit denen sich die inhaltliche Nähe zweier Texte vergleichen lässt. Ein Rerank-Modell prüft die gefundenen Kandidaten danach noch einmal gezielt auf ihren Nutzen für die Frage.
Ein Beitrag auf note.com erklärt die Aufteilung am Beispiel eines Ladens. Ein Modell sortiert Kundenfragen etwa nach „Lieferung“, „Produkt“ oder „Rückgabe“. Ein anderes formuliert die Antwort. Die Modelle zu trennen mache Fehler leichter auffindbar. Das ist ein Gedankenspiel des Autors und kein Praxisbericht. Laut dem Beitrag muss man außerdem prüfen, wie schnell und genau die Modelle tatsächlich arbeiten.
Zugang und Bedingungen
Die Anmeldung erfolgt über ein Google-Konto, eine vorherige Bewerbung ist laut DXマガジン nicht nötig. Im Browser kann man mit der KI chatten, Texte entwerfen, Websuche nutzen und zwischen Japanisch und Englisch übersetzen. Über die API können Unternehmen und Entwickler die Modelle in eigene Systeme einbauen und prüfen, ob sie für echte Aufgaben taugen.
Die Nutzung ist für Chat und API kostenlos. Es gelten aber Grenzen: - Die Zahl der Anfragen pro Zeiteinheit ist begrenzt. - Wann die Beta endet, ist nicht festgelegt. - Nutzungsdaten können zur Qualitätsverbesserung der Dienste und KI-Modelle genutzt werden.
SB Intuitions will Nutzungsdaten und Feedback auswerten und in die weitere Produktentwicklung einfließen lassen. Hintergrund ist laut DXマガジン, dass Unternehmen generative KI zunehmend nicht mehr nur testen, sondern in Geschäftssysteme einbauen. Dabei kombinieren sie Textgenerierung mit Suche, Übersetzung und Sicherheitsprüfung.
Der note.com-Beitrag rät, anfangs nur erfundene Texte oder öffentliche Informationen einzugeben. Wer Kundendaten oder unveröffentlichte Pläne verarbeiten will, sollte vorher Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung lesen. Das Modell guard beurteilt nur die Schädlichkeit von Text. Es ändert weder die Regeln zur Datenspeicherung, noch garantiert es richtige Antworten.
Hintergrund: Sarashina bei SoftBank
Laut note.com (unter Berufung auf SB Intuitions) werden die Sarashina3-Modelle schon seit dem 30. Juni 2026 über „Cloud PF Type A“ angeboten. Neu ist also vor allem der leicht zugängliche Dienst für Einsteiger.
Light Reading berichtete bereits früher über den Vorläufer. Zusammen mit den Halbjahreszahlen bis 30. September 2025 kündigte SoftBank den kommerziellen Start von Sarashina mini zum 28. November 2025 an. Das Modell ist eine kompakte Variante, die auf den Erfahrungen mit dem hauseigenen LLM „Sarashina“ mit 460 Milliarden Parametern beruht. Parameter sind grob gesagt die Stellschrauben, die ein Modell beim Training lernt. Die API bot damals zwei Funktionen: Chat Completion für Textgenerierung und Embeddings für semantische Zusammenhänge. Unternehmen sollten damit etwa Dokumente korrigieren und zusammenfassen, Berichte und Protokolle erstellen, beim Programmieren helfen und Multi-Agenten-Systeme bauen. Vorab testeten rund 20.000 SoftBank-Mitarbeiter das Modell seit Juni 2025. Zugleich gründeten SoftBank und OpenAI das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen SB OAI Japan. Es steht mit der aktuellen Beta nicht in direktem Zusammenhang.
Was du zum Ausprobieren brauchst
Du brauchst nur einen Browser und ein Google-Konto, keine eigene Grafikkarte. Die Modelle laufen auf den Servern des Anbieters. Der Dienst ist auf Japanisch ausgerichtet, die Oberfläche dürfte also japanisch sein. Mac, Windows, Linux und Smartphone sind damit unproblematisch.
Einordnung
Für Entwickler und Firmen in Japan ist das ein niedrigschwelliger Weg, mehrere zusammenpassende Modelle für Suche, Übersetzung und Moderation zu vergleichen. Dass die Modelle als Pipeline (Suche, Neusortierung, Antwort, Prüfung) angelegt sind, passt zum RAG-Trend in Unternehmen. Offen ist, wie gut die Modelle im Vergleich zu internationalen Alternativen abschneiden. Die Quellen nennen dazu keine Benchmarks, und der note.com-Beitrag verweist nur auf Herstellerbewertungen. Auch die Zukunft ist unklar: Ob und wie lange der Dienst gratis bleibt, steht nicht fest. Wer geschäftliche Daten einsetzen will, sollte vor allem den Umgang mit Nutzungsdaten klären. Für Leser außerhalb Japans ist die Nachricht eher interessant als dringend, denn die Modelle sind nicht offen herunterladbar.
Videos zum Thema
Quellen
- Google News (JP) dxmagazine.jp
- note.com note.com
- digitaltoday.co.kr digitaltoday.co.kr
- lightreading.com lightreading.com
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