StableGen 0.4.0: Blender-Add-on macht aus Text geriggte, texturierte 3D-Figuren

Das kostenlose Blender-Add-on StableGen erzeugt aus einem Prompt ein 3D-Modell, texturiert es mit Qwen Image 2.1, versieht es mit PBR-Materialien und einem Skelett. Version 0.4.0 bringt Masked Edit, Auto-Rigging und überarbeitete Projektion. Alles läuft lokal über ComfyUI.

Tools 29. Okt. 2026 4 Min. Lesezeit Quelle: Reddit: lokale Modelle & Bild-KI
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

StableGen ist ein kostenloses Open-Source-Add-on für die 3D-Software Blender. Es erzeugt, texturiert und riggt 3D-Objekte mit KI-Modellen, die lokal laufen. Der Entwickler Ondřej Sakala hat Version 0.4.0 veröffentlicht. Das Projekt begann als Bachelorarbeit an der Technischen Universität Prag (ČVUT) und steht unter der GPL-3.0. Im Demovideo entsteht aus einem Prompt eine texturierte, animierbare Figur, später ein ganzes Dorf in Unreal Engine 5.7.

Wie es funktioniert

StableGen läuft in Blender und schickt die rechenintensive Arbeit an einen ComfyUI-Server. Das ist eine Oberfläche zum Ausführen von Bild-KI-Modellen; der Server kann auf demselben Rechner oder im Netzwerk laufen. Die Ergebnisse kommen als Materialien, Meshes und Skelette zurück in die Szene.

Texturiert wird per Projektion. Man platziert Kameras um das Objekt oder die Szene. Für jede Kamera wird mithilfe einer Tiefenkarte (Depth Guide) ein Bild erzeugt, das zur Geometrie passt. Diese Ansichten werden danach auf die Oberfläche projiziert und je nach Blickwinkel gemischt. Jede Ansicht entsteht mit den vorherigen als Kontext, damit die Textur rundum einheitlich bleibt.

Neuerungen in 0.4.0

  • Prompt zum fertigen Asset: Man beschreibt eine Figur und wählt aus einer Vorschau-Galerie ein Kandidatenbild. TRELLIS.2 baut daraus das Mesh, SkinTokens riggt es, und rundum erzeugte Ansichten werden zur Textur. Möglich ist auch der Start mit einem Bild, ohne Rig oder mit der von TRELLIS.2 selbst erzeugten Textur.
  • Masked Edit (neu): Man übermalt einen Bereich und beschreibt die Änderung. Nur dieser Bereich wird in allen Kameras neu generiert, der Rest bleibt erhalten. Als Beispiel zeigt das Projekt eine Kurierjacke, die nacheinander durch andere Jacken ersetzt wird.
  • Auto-Rigging (neu): SkinTokens erzeugt Skelett und Skin Weights, also die Zuordnung, wie stark Knochen die Oberfläche bewegen. Animationen aus FBX- oder BVH-Dateien, etwa von Mixamo, lassen sich auf das Rig übertragen.
  • PBR-Materialien: Marigold schätzt aus den Ansichten Albedo (Grundfarbe), Roughness (Rauheit), Metallic und Normal Maps. Diese werden projiziert und in Standardkarten gebacken.
  • Experimentell: Qwen Image 2.1 Turbo, MOSS Image und FIBO 2.0 Edit, dazu eine überarbeitete Projektion mit saubereren Nähten, ein neues Panel und ein vollständiges Benutzerhandbuch.

Export und Handarbeit

Ergebnisse lassen sich samt PBR-Karten in UV-Texturen backen. Exportiert wird als glTF (für Godot und Web) oder FBX (für Unreal Engine und Unity). Dazu kommen Orbit-GIFs und MP4s, mehrfarbige 3MF-Dateien für den 3D-Druck und eine Szenen-Warteschlange für unbeaufsichtigte Stapelverarbeitung. Alle Schritte sind auch manuell möglich: Kameras umsortieren, Ansichten eigene Prompts geben, Überblendung ändern und neu projizieren, ohne neu zu generieren.

Im Demo lief Qwen Image 2.1 mit 10 Kameras auf einer RTX 4080 mit 16 GB. Das Dorf in Unreal Engine 5.7 besteht aus Häusern, Props, Bäumen und Boden als GLB mit PBR-Karten sowie fünf geriggten Figuren als FBX mit Laufanimation (Mixamo).

Was du zum Ausprobieren brauchst

  • Software: Blender 4.2 bis 4.5 oder 5.1 und neuer (5.0 wird nicht unterstützt) sowie ein funktionierendes ComfyUI.
  • Grafikkarte: vorzugsweise NVIDIA; ca. 8 GB VRAM für SDXL, 16 GB oder mehr für Qwen Image.
  • System: Windows, Linux oder macOS auf Apple Silicon.
  • Speicherplatz: 10 GB bis über 50 GB für Modelle, je nach Auswahl.
  • Installation: ComfyUI installieren, dann python installer.py <ComfyUI-Pfad> ausführen (Paket 3 SDXL, 13 Qwen Image 2.1, 8 Mesh-Erzeugung, 14 Auto-Rigging). Danach das Add-on-ZIP aus den Releases in Blender installieren, Output Directory und Server-Adresse (Standard 127.0.0.1:8188) setzen und Online-Zugriff erlauben.

Lizenzen

StableGen selbst ist GPL-3.0, die Modelle haben eigene Lizenzen. Qwen Image 2.1 und 2.1 Turbo stehen unter der Qwen Research License, Bria FIBO 2.0 unter CC BY-NC 4.0, kommerzielle Nutzung braucht eine Vereinbarung mit Bria. MOSS Image ist Apache-2.0. Der Native-Texturmodus von TRELLIS.2 nutzt NVIDIAs nvdiffrast und nvdiffrec. Qwen Image Edit und SDXL sind nicht betroffen.

Einordnung

StableGen bündelt mehrere Einzelwerkzeuge (Mesh-Generierung, Texturierung, PBR, Rigging, Export) in einer Blender-Oberfläche und macht sie lokal nutzbar. Für Indie-Entwickler, Hobby-Künstler und Prototyping ist das attraktiv. Offen bleibt die Qualität jenseits der gezeigten Beispiele; die Demos stammen vom Entwickler, und das Video enthält Zeitraffer-Passagen. Kommerzielle Nutzung ist durch die nicht-kommerziellen Modelllizenzen eingeschränkt, hier hilft SDXL oder MOSS Image, jeweils nach eigener Lizenzprüfung.

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