Kimi 3D Make: KI baut 3D-Modelle, Spiele und Druckvorlagen per Chat

Moonshot AI hat in seinem Assistenten Kimi die Funktion 3D Make gestartet. Sie erzeugt aus Text oder Skizzen 3D-Modelle, interaktive Webseiten, Spiele und druckbare Objekte und steuert dafür Blender, CAD-Programme und Spiele-Engines. Dahinter steckt das neue Modell Kimi K3.1 Pro, dessen Gewichte bis zum 4. November erscheinen sollen.

Projekte 30. Okt. 2026 5 Min. Lesezeit Quelle: Bing News (en-US)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Moonshot AI, das chinesische Unternehmen hinter dem Assistenten Kimi, hat am 30. Oktober 2026 die Funktion 3D Make vorgestellt. Man beschreibt in normaler Sprache, was man bauen möchte, oder lädt eine Skizze bzw. ein Referenzbild hoch. Kimi erzeugt daraus 3D-Modelle, interaktive 3D-Webseiten, Browserspiele oder Objekte, die sich 3D-drucken lassen. Möglich wird das, weil Kimi nicht nur Text ausgibt, sondern Profi-Software wie Blender oder CAD-Programme bedient. Die Funktion ist auf kimi.ai und in der Kimi-App live. Fortgeschrittene Abläufe mit lokal installierter Software laufen über Kimi Work (Desktop-App für Windows und Apple-Silicon-Macs) oder Kimi Code.

Wie Kimi die Modelle baut

Laut Moonshots technischer Anleitung nutzt Kimi je nach Objekt zwei Wege:

  • Parametrisches Modellieren: Für Dinge, die sich über Maße und Regeln beschreiben lassen (Möbel, Maschinenteile, Gebäude, Produktprototypen). Das Modell Kimi K3.1 Pro schreibt Python-Skripte, die Blender oder CAD-Software steuern. Vorteil: Größen und Proportionen lassen sich später gezielt ändern.
  • Mesh-basiertes Modellieren: Für Figuren, Tiere, Statuen und andere organische Formen. Hier bereitet Kimi Prompts und Referenzmaterial auf und übergibt an spezialisierte 3D-Generatoren wie Tripo, Meshy und Hyper3D. (Ein Mesh ist ein Netz aus vielen kleinen Dreiecken, das die Oberfläche eines Objekts beschreibt.)

Die Funktion gliedert sich in drei Bereiche:

Bereich Was entsteht
3D Web Interaktive 3D-Webseiten, Szenen, Browserspiele
3D Modelling Digitale Objekte, Produktdesigns, Architekturmodelle
3D Printing Modelle, die für den Druck exportiert werden können

Modelle kann man online ansehen, per Folgeanweisung ändern und herunterladen.

Spiele und größere Szenen

Laut Moonshot kann Kimi auch mit Spiele-Engines wie Unreal Engine, Unity und Godot arbeiten: Assets zusammensetzen, Umgebungen bauen und Spiellogik programmieren. Als Beispiel nennt der Bericht ein kleines Raumschiffspiel mit Asteroidenfeld, Hindernissen und Punkten. Zur Vorstellung von K3.1 Pro zeigte das Unternehmen außerdem einen himmlischen Palast nach chinesischer Mythologie in Unreal Engine 5.8, dessen Quellmodelle rund 36 Millionen Dreiecke enthalten sollen und der Nanite (detaillierte Geometrie) und Lumen (Beleuchtung und Spiegelungen) nutzt. Das ist eine Herstellerdemo, keine unabhängig geprüfte Messung.

Das Modell dahinter: Kimi K3.1 Pro

K3.1 Pro erschien am 24. Oktober 2026 als erstes Modell der neuen K3.1-Reihe, zusammen mit der 2–3-mal schnelleren Variante K3.1 Pro Highspeed bei gleichen Fähigkeiten. Es ist eine nachtrainierte Version von Kimi K3 mit deutlich mehr Rechenaufwand beim Reinforcement Learning (Lernen durch Belohnung). Moonshot nennt es sein bislang leistungsfähigstes „3T-Klasse“-Open-Weight-Modell (3 Billionen Parameter) mit 1 Million Token Kontextfenster. Laut Geeky Gadgets (basierend auf einem Video von Matthew Berman) ist es ein Mixture-of-Experts-Modell, das pro Aufgabe 104 Milliarden Parameter aktiviert, und verarbeitet Text und Bilder; laut Kimi-Code-Dokumentation nimmt es auch Video an.

Benchmarks laut Moonshot:

Test K3.1 Pro Vergleich
Terminal-Bench 4.0 65,7 % GPT-6 Astra 58,2 %, Claude Opus 5.5 66,4 %
BenchCAD (mit Werkzeugen) 92,7 % Opus 5.5 96,2 %, GPT-6 Astra 95,9 %
Kimi Code Bench 3.0 Long-horizon (intern) 61,2 % K3 55,95 %
OfficeQA Pro v2 64,4 laut Moonshot Bestwert

Bei einem internen Test zur Halluzinationsrate sank der Anteil falscher Einzelaussagen von 23,4 auf 8,3 Prozent; Moonshot betont, der Test sei bewusst fehleranfällig und kein Maß für den Alltag. Geeky Gadgets sieht das Modell bei 3D-Modellierung vor Metas Muse Wonderful Full und Googles Argon, insgesamt aber hinter GPT-6.1 Soul und Opus 5.5; schwächer sei es bei Wissenschafts-Benchmarks und kniffligem 3D-Rendering (etwa Knotenbinden).

Cyber-Sicherheit und offene Gewichte

Moonshot erklärt, es habe für die Open-Weight-Version cyberbezogene Daten aus dem Training entfernt. Ein Checkpoint ohne diese Maßnahmen löste 90,5 Prozent der Aufgaben im hauseigenen Test xdev-bench-hard (pass@3), die finale Version 81,0 Prozent. Die Fähigkeiten lägen weiter hinter denen proprietärer Spitzenmodelle, die mindestens drei Monate verfügbar sind. Die Gewichte sollen bis zum 4. November 2026 erscheinen. Ob sie sich auf einem Heim-PC betreiben lassen, ist bei dieser Größe fraglich; Speicherbedarf und Lizenz stehen noch aus.

Zugang und Kosten

K3.1 Pro gibt es in Kimi.ai, den Apps, Kimi Work (ab Version 3.1.0), Kimi Code und per API (kimi-k3.1-pro, kimi-k3.1-pro-highspeed). In Kimi Code braucht das Standardmodell einen Plus-Tarif, Highspeed (rund doppelter Kontingentverbrauch) einen Pro-Tarif; das 1-Million-Token-Fenster ist Pro-Mitgliedern vorbehalten. Das Modell läuft nur im Denkmodus. 3D Make verbraucht das gemeinsame Kimi-Nutzungskontingent; Details stehen in den Kontoeinstellungen.

Grenzen

Moonshot räumt selbst ein, dass manche Projekte mehrere Überarbeitungsrunden brauchen und Character-Rigging, komplexe Materialien und Physiksimulation noch schwach sind. Maße und Geometrie sollte man vor technischer Nutzung prüfen; vor dem 3D-Druck auf Löcher und schwache Stellen. Ein unabhängiger 3D-Benchmark fehlt. Auch Webdesign-Ergebnisse zeigten laut Geeky Gadgets typische KI-Artefakte.

Einordnung

3D Make zeigt den Trend, dass Assistenten Fachsoftware bedienen, statt nur zu antworten. Für Einsteiger, Prototyping und Ideenvergleiche (Möbel, Ladeneinrichtung, Spiel-Assets) ist das attraktiv; Profis müssen weiter nachprüfen und optimieren. Bei der CAD-Rekonstruktion liegt Kimi laut eigenen Zahlen knapp hinter Claude Opus 5.5 und GPT-6 Astra. Fast alle Zahlen stammen von Moonshot selbst; belastbar wird das Bild erst mit unabhängigen Tests und den veröffentlichten Gewichten.

Videos zum Thema

Introducing 3D Make in Kimi Kimi AI · YouTube
Meet Kimi K3.1 Pro Kimi AI · YouTube

Quellen

#kimi#moonshot-ai#3d#blender#k3.1-pro#agenten
Originalquelle lesen

Frag den KI-Assistenten

Fragen zu diesem Artikel, zur Installation oder zu Hintergründen? Unser Assistent kennt diese Seite und läuft auf unserem eigenen Rechner, nicht in einer fremden Cloud.

Verbinde …

Der Assistent ist eine KI (Gemma 4) und kann sich irren – wichtige Angaben bitte in der Quelle prüfen. Fragen werden nur zum Beantworten genutzt und nach einer Stunde gelöscht. Bitte keine persönlichen Daten eingeben.

Kommentare

Was meinst du dazu? Schon ausprobiert? Schreib es hier, ohne Anmeldung.

  1. Kommentare werden geladen …

Kommentare sind öffentlich. Links sind nicht erlaubt, beleidigende Beiträge löschen wir. Deinen eigenen Kommentar kannst du in diesem Browser jederzeit wieder löschen. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.