Qwen 4 Max als Vorschau: Alibaba testet heimlich „Qoduck“, gratis nutzbar

Alibaba kündigt die nächste Generation seiner KI-Modelle an und hat im eigenen Programmier-Tool Qoder still ein namenloses Modell namens „Qoduck“ freigeschaltet. Laut einem Bericht von 53AI steckt dahinter eine Vorschau auf Qwen 4 Max, die auch Nutzer mit Gratis-Konto täglich kostenlos ausprobieren können. Erste Eindrücke: sehr schnell, bei komplexen Programmieraufgaben aber noch durchwachsen.

Modell-Releases 6. Nov. 2026 5 Min. Lesezeit Quelle: Bing News (zh-TW)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Alibaba bereitet offenbar die vierte Generation seiner Sprachmodell-Familie Qwen vor. Am 6. November veröffentlichte das Qwen-Team in sozialen Netzwerken ein Teaser-Plakat. Fast gleichzeitig tauchte in Qoder, Alibabas KI-Werkzeug zum Programmieren, ein neues Modell namens „Qoduck“ auf. Die Modellliste verrät nicht, was dahintersteckt. Laut dem chinesischen Branchenportal 53AI handelt es sich aber um Qwen 4 Max Preview, also eine Vorabversion des größten Modells der neuen Generation.

Seit dem 7. November ist Qoduck in der chinesischen und der internationalen Version von Qoder freigeschaltet. Ausprobieren kann es jeder mit einem persönlichen Konto, auch ohne Bezahl-Abo. Eine offizielle Ankündigung von Qwen 4 mit Erscheinungsdatum, technischen Details oder Benchmarks gibt es bisher nicht.

Das rätselhafte Teaser-Plakat

Das Plakat zitiert einen bekannten Satz aus „Xiaoyaoyou“ („Freies und ungebundenes Wandern“), einem Kapitel des daoistischen Klassikers Zhuangzi: „Im nördlichen Dunkel gibt es einen Fisch, sein Name ist …“ Wo im Original der Name des Fisches stünde, ließ das Plakat bewusst eine Lücke. Daneben steht auf Englisch: „The becoming begins“, also etwa „Das Werden beginnt“.

In der Vorlage verwandelt sich der riesige Fisch in einen gewaltigen Vogel. Die Anspielung auf Verwandlung und einen Neuanfang passt gut zu einem Generationswechsel. Wie die Lücke gemeint ist, hat Alibaba nicht erklärt. Ob dort der Name des neuen Modells oder einer neuen Produktlinie stehen soll, ist Spekulation.

So kommst du an Qoduck

Qoder ist eine KI-gestützte Programmierumgebung von Alibaba. Man beschreibt Aufgaben in normaler Sprache, und ein KI-Modell schreibt oder ändert daraufhin Code. Ähnliche Werkzeuge sind etwa Cursor oder GitHub Copilot. Laut 53AI geht es so:

  1. Mit dem persönlichen Qoder-Konto anmelden.
  2. Den Client auf die neueste Version aktualisieren.
  3. Die Modellauswahl öffnen und „Qoduck“ auswählen.
  4. Danach arbeitet das Modell bei den folgenden Programmieraufgaben mit.

Jedes persönliche Konto bekommt ein tägliches Gratis-Kontingent, zahlende Nutzer bekommen mehr Anfragen. Wichtig dabei: Auch wer keine Credits mehr hat (das ist Qoders Guthaben für KI-Anfragen), kann Qoduck mit dem Tageskontingent nutzen. Innerhalb dieses Kontingents werden keine Credits abgezogen, selbst wenn man die „Denkstärke“ auf das Maximum stellt. Damit ist gemeint, wie lange das Modell intern nachdenkt, bevor es antwortet. Mehr Denkzeit liefert oft bessere Ergebnisse, kostet normalerweise aber mehr Rechenzeit und Guthaben.

Eine Einschränkung gibt es: Die Aktion gilt laut 53AI nur für die Qoder-Hauptanwendung. Die eigenständige IDE, das Plugin für JetBrains-Entwicklungsumgebungen und die Kommandozeilen-Version (CLI) sind vorerst nicht dabei.

Erste Eindrücke: schnell, aber nicht überragend

Nach den bisherigen Erfahrungen, die 53AI zusammengetragen hat, fällt vor allem die Geschwindigkeit auf. Das Modell fängt nach einer Anfrage zügig an zu antworten und erledigt einfache Programmieraufgaben ohne Umwege.

Bei Aufgaben mit vielen Schritten oder wenn ein bestehendes Projekt mehrfach überarbeitet werden muss, schwankt die Qualität dagegen. Einige Rückmeldungen beschreiben die Ergebnisse beim Vervollständigen von Code als mittelmäßig. Das bleibe hinter dem zurück, was man von der „Max“-Reihe erwartet, die bei Alibaba traditionell für das leistungsstärkste Modell steht.

Dabei gilt: Es ist eine Vorschau. Alibaba kann noch an der Strategie für das Schlussfolgern und am Aufrufen von Werkzeugen feilen. Gemeint ist die Fähigkeit des Modells, selbstständig Hilfsprogramme wie Dateisuche, Terminalbefehle oder Tests zu starten. 53AI empfiehlt, Qoduck mit echten Aufgaben zu testen. Besonders lohne es sich, beim Ändern von bestehendem Code zu prüfen, ob die bisherigen Funktionen erhalten bleiben, und das Programm danach auf Fehlermeldungen zu testen.

Unabhängige Benchmarks oder systematische Tests gibt es bisher nicht. Die Einschätzungen beruhen auf einzelnen Nutzerberichten.

Warum Qwen 4 so viel Aufmerksamkeit bekommt

Qwen hat sich in den vergangenen Jahren eine große Anhängerschaft in der Open-Source-Gemeinde aufgebaut. Die Modelle gibt es in vielen Größen. Kleinere Versionen laufen lokal auf dem eigenen Rechner, größere übernehmen anspruchsvolle Programmier- und Logikaufgaben. Besonders die Qwen3-Reihe brachte laut 53AI eine umfangreiche Anleitung zum Betrieb mit. Die Community hat viele quantisierte Varianten gebaut, also Versionen, die durch gröber gespeicherte Zahlen kleiner sind und auf schwächerer Hardware laufen. Dazu kamen zahlreiche Anwendungen. Auch Open-Source-Projekte des Qwen-Teams wie der Programmierassistent Qwen Code haben die Modelle in den Arbeitsalltag vieler Entwickler gebracht.

Entsprechend lautet die große Frage nicht nur, wie viel besser Qwen 4 wird. Ebenso wichtig ist, welche Modelle Alibaba mit offenen Gewichten freigibt. Die Max-Modelle waren bisher nur über Alibabas Dienste nutzbar und nicht zum Herunterladen verfügbar. Ob kleinere Qwen-4-Modelle wie bei Qwen3 frei veröffentlicht werden, ist offen. In der Community kursieren dazu bereits Gerüchte, belastbare Angaben gibt es keine.

Einordnung

Ein großes Modell erst anonym in einem eigenen Produkt zu testen, ist bei KI-Firmen inzwischen üblich. So sammelt man echte Nutzungsdaten, bevor man offiziell startet. Für Entwicklerinnen und Entwickler ist das eine seltene Gelegenheit, das nächste Spitzenmodell von Alibaba schon vor dem Start kostenlos zu testen. Das gilt allerdings nur innerhalb von Qoder und mit begrenztem Tageskontingent.

Die Aussagekraft ist aber begrenzt. Dass Qoduck tatsächlich Qwen 4 Max Preview ist, berichtet 53AI. In der Modellliste selbst steht es nicht, und eine offizielle Bestätigung von Alibaba nennt die Quelle nicht. Zudem ist 53AI ein Beratungsunternehmen und kein unabhängiges Testlabor. Die gemischten ersten Eindrücke zeigen, dass das Modell zumindest in dieser Vorschau beim Programmieren noch nicht an die Spitze der Konkurrenz heranreicht. Ob die fertige Version das ändert, wann Qwen 4 erscheint und ob es auch frei herunterladbare Varianten geben wird, ist bisher unbekannt. Wer lokal arbeitet, muss also weiter auf die offizielle Veröffentlichung warten.

Quellen

#qwen#alibaba#qwen 4#ki-coding#qoder
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