Siri AI: Das neue iPhone-Siri im Test – 7 Funktionen zum Ausprobieren

Mit iOS 27 bekommt Siri eine eigene App, Bildschirmerkennung und Kamera-Modus. Dahinter steckt ein neues Apple-Modell, das laut Apple mit Google und Gemini entstanden ist. Wir fassen zusammen, was die Beta kann, was sie einschränkt und wo sie nicht verfügbar ist.

Projekte 31. Okt. 2026 5 Min. Lesezeit Quelle: Google News (IN)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Apple hat mit der öffentlichen Beta von iOS 27 eine grundlegend neue Version seines Assistenten eingeführt, die offiziell „Siri AI“ heißt. Siri ist jetzt zum einen eine eigenständige App, zum anderen sind seine Fähigkeiten in viele Apps des Systems eingebaut, etwa Notizen, Kalender, Erinnerungen, Fotos, Kurzbefehle und Kamera. Mashable bezeichnet die neue Siri als wirklich klüger, kritisiert aber die Namensverwirrung. Dass einzelne Funktionen in andere Apps eingebettet sind, mache die Orientierung zusätzlich schwer.

Laut Apples japanischem Newsroom, den ein Blog auf note.com zitiert, wurde Siri AI am 26. Oktober 2026 mit dem Software-Update 27.2 in weiteren Sprachen freigeschaltet. Neu dazu kamen Japanisch, Französisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Das Feature gibt es als Beta auf iOS, iPadOS, macOS, watchOS und visionOS 27.2.

Die Technik dahinter

Die neue Siri läuft auf dem „Apple Foundation Model“. Apple erklärt, dieses Modell sei in Zusammenarbeit mit Google und dessen Gemini entstanden. Yahoo Tech (Tom's Guide) schreibt, Apples KI habe „mit etwas Hilfe von Googles Gemini“ aufgeholt. Die Verarbeitung findet auf dem Gerät und in Apples „Private Cloud Compute“ statt. Das ist ein Servernetz, das laut Apple keine persönlichen Daten speichert.

Drei Fähigkeiten nennt Apple als Kern:

  • Persönlicher Kontext: Siri durchsucht Nachrichten, E-Mails und Fotos nach Informationen.
  • Bildschirmerkennung (On-Screen Awareness): Du kannst Fragen zu dem stellen, was gerade auf dem Display zu sehen ist, oder Aufgaben darauf ausführen lassen.
  • Webwissen: Siri beantwortet auch allgemeine Fragen mit Informationen aus dem Netz.

Nachfragen sind möglich. Der Gesprächsverlauf bleibt in der Siri-App und wird über iCloud mit anderen Apple-Geräten synchronisiert. Siri kann auch kompatible Apps bedienen, genannt wird etwa Yahoo! Transit.

Was du ausprobieren kannst

Die Siri-App. Sie ähnelt ChatGPT, Claude oder Gemini: Du siehst ein Raster früherer Gespräche und startest neue per Sprache oder Tastatur. Laut Mashable sind auch komplexere Fragen möglich, etwa zu Sportturnieren, sowie persönliche Fragen zu E-Mails, Notizen und Terminen.

Visual Intelligence. Mit langem Druck auf die Seitentaste fragst du Siri nach dem, was gerade auf dem Bildschirm läuft, zum Beispiel nach dem Namen einer Serie in einem YouTube-Clip. Im Kameramodus „Siri“ richtest du die Linse auf etwas und bekommst Informationen dazu. Tom's Guide nennt als Beispiele die Übersetzung einer Speisekarte oder Nährwertangaben zu einem Gericht.

Image Playground. Bisher erzeugte er nur Cartoon-Bilder. Jetzt sind laut Mashable realistische Fotos möglich, etwa Stadtlandschaften oder ein tanzender Bär auf einem Käseblock. Ergebnisse lassen sich per weiterem Prompt verändern, etwa um ein Schild zu ergänzen. Mashable betont, es sei nicht die fortschrittlichste Bildgenerierung, aber die bequemste.

Fotobearbeitung. Unter „Werkzeuge“ gibt es drei Optionen. „Clean Up“ entfernt störende Objekte und existierte schon. Neu sind „Extend“, das Bildränder per KI ergänzt, wenn man herauszoomt, und „Reframe“, das nachträglich die Perspektive verändert. Beides klappt laut Mashable nicht immer, wirkt aber, wenn es klappt, „ein bisschen magisch“. Für Reframe rät der Autor, nur Fotos zu nutzen, die es dringend brauchen.

Schreiben mit Siri. In Notizen erscheint über der Tastatur „Write with Siri“. Du beschreibst, was du brauchst, etwa eine Reisezusammenfassung, und Siri formuliert den Text. Markierten Text kannst du in ein passendes Bild verwandeln lassen oder Matheaufgaben lösen. Laut Apple lassen sich Texte in fast allen Eingabesituationen entwerfen oder umschreiben. In Mail entstehen laut Apple Entwürfe im gewohnten Ton je Empfänger.

Kalender, Erinnerungen, Kurzbefehle. Natürliche Sprache wie „Abendessen mit meiner Frau bei Joe’s morgen um 19 Uhr“ erkennt Kontakte, Ort und Zeit automatisch. Bei Erinnerungen werden Ort, Zeit und Datum ebenso übernommen. In Kurzbefehlen beschreibst du, was passieren soll, etwa eine hörbare Ansage bei 90 Prozent Akkustand, und die Automation entsteht von selbst.

Kalender im Detail

BGR hat die Kalenderfunktionen genauer getestet. Siri findet Termine anhand eines einzigen Details wie Einladendem, Ort oder Namensteil. Termine lassen sich umbenennen, verschieben, mit Ort oder Beschreibung versehen, ganztägig oder wiederkehrend machen und in andere Kalender verschieben. Mitunter muss man die Änderung bestätigen. Siri kann außerdem freie Zeiten finden und sagen, wann du losmusst, sofern der Termin einen Ort hat.

Mit Bildschirminhalten funktioniert „Füge diesen Termin hinzu“. Im Kameramodus erscheint bei einem Plakat eine Schaltfläche „Zum Kalender hinzufügen“. BGR holte nach eigenen Angaben 22 Termine aus einem Konzertplakat. Ein Reddit-Nutzer habe etwa zehn Kita-Termine übernommen. Mehrere Termine auf einmal klappen laut BGR in der Kamera-App am besten, weniger gut in der Siri-App oder per Sprachaufruf.

Tom's Guide nennt weitere Beispiele: Siri findet einen von einem Freund empfohlenen Spotify-Link im Gruppenchat, zeigt Wochentermine, sucht Fotos („alle Fotos vom Strand in Altea“) oder Dateien auf iPhone, iPad und Mac. WhatsApp war zum Testzeitpunkt noch nicht für Siri AI angepasst.

Einschränkungen und Verfügbarkeit

  • Region: Fast nichts davon ist laut Mashable in China und Europa verfügbar. In China scheine das Problem gelöst, für Europa gibt es keinen Zeitplan. Laut Apple fehlt Siri AI in der EU auf iOS, iPadOS und watchOS.
  • Limit: Es gibt ein tägliches Nutzungslimit. Mehr Nutzungen sollen künftig kostenpflichtig sein.
  • Alter: Unter 13 Jahren nicht nutzbar.
  • Einrichtung: Siri AI muss in den Einstellungen aktiviert werden. Die Indizierung der App-Daten kann laut Tom's Guide mehrere Stunden dauern. Jeder Kalender muss einzeln freigegeben werden.
  • Geräte: Nötig sind Geräte mit aktivierter Apple Intelligence und unterstützter Sprache. Welche Modelle genau, nennt die Ankündigung laut note.com nicht.
  • Beta: Wichtige Mails solltest du vor dem Senden selbst prüfen. Auf Firmenhandys gelten womöglich interne Regeln, weil Siri persönliche Nachrichten und Fotos durchsucht.

Einordnung

Für iPhone-Nutzer ist das der größte Siri-Umbau seit 2011. Der Vorteil gegenüber ChatGPT oder Gemini liegt in der Systemintegration: Kein Kopieren und Einfügen, Zugriff auf Kalender, Mails und Fotos. Tom's Guide räumt allerdings ein, vieles sei auf Gemini-Geräten schon länger möglich. Mashable sieht die Bildgenerierung nicht an der Spitze. Offen sind Preis und Umfang des Limits, der Starttermin in der EU und die Zuverlässigkeit außerhalb der Tests. Alle Aussagen zur Datensicherheit von Private Cloud Compute sind Herstellerangaben. Die genannten Berichte stammen überwiegend aus Kurztests mit Beta-Software.

Videos zum Thema

Siri is ACTUALLY good now. Here’s how to use it. Joshua Chang · YouTube
How to Use Siri AI Camera on iPhone (Siri Mode) DHTV · YouTube

Quellen

#apple#siri#ios-27#gemini#assistent
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