Google packt KI-Zusammenfassungen in den Discover-Feed – und testet Umwege

Google blendet AI Overviews jetzt auch im Discover-Newsfeed der Google-App ein, zunächst in den USA. Parallel testet der Konzern „Dive deeper“ und ein Experiment, bei dem Quellenlinks nicht anklickbar waren – Google nennt das einen Fehler. Verlage fürchten weniger Klicks.

Projekte 31. Okt. 2026 4 Min. Lesezeit Quelle: Google News (IN)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Google bringt seine KI-generierten Zusammenfassungen, die AI Overviews, in einen weiteren Bereich: den Discover-Feed. Das ist der personalisierte Nachrichtenstrom in der Google-App, der Meldungen aus verschiedenen Medien anzeigt und sich nach deinem Suchverhalten richtet. Google bestätigte gegenüber TechCrunch, dass die Funktion in der App für iOS und Android ausgerollt wird. TechCrunch hatte die Änderung zuerst bemerkt, Mashable fand beim Test in der iOS-App ebenfalls einige Beispiele.

Wie die Überblicke in Discover aussehen

Laut Mashable fassen die AI Overviews eine Geschichte zusammen, über die mehrere Medien berichtet haben. Das erkennt man an den Logos der Verlage oben links im Modul. Tippt man darauf, öffnet sich eine Liste der einzelnen Artikel. Ein Google-Sprecher sagte TechCrunch, der Start erfolge in den USA und konzentriere sich auf Lifestyle-Themen wie Sport und Unterhaltung. Die Mashable-Funde betrafen allerdings harte Nachrichten, etwa die BBC-Dokumentation über den Krieg in Gaza und die Senatsbestätigung von Mike Waltz als UN-Botschafter. Auf die Frage, welche Themen tatsächlich zusammengefasst werden, antwortete Google zunächst nicht.

„Dive deeper“: Zusammenfassung statt Artikel

Android Authority berichtete im September über einen Test namens „Dive deeper“. Der Button führt nicht zum Artikel oder Video des Verlags, sondern zu einer kurzen KI-Zusammenfassung, ähnlich wie in der Suche. Dazu gibt es Links zu verwandten Geschichten, Reaktionen aus der Community und Originalberichten. Getestet wird zuerst bei Videos, weitere Designs und Inhaltstypen sollen in den kommenden Wochen folgen. Android Authority warnt aus Verlagssicht: Nutzer könnten sich mit der Zusammenfassung begnügen, und eine unvollständige oder fehlerhafte Zusammenfassung könne ein verzerrtes Bild vermitteln. Zudem entstehe ein zusätzlicher Schritt, bevor man die Quelle erreicht.

Der Bug mit den Quellenlinks

Am 23. Oktober meldete Damien Andell, der Google Discover erforscht, ein Experiment, das Klicks auf die Quellen unter KI-Zusammenfassungen deaktivierte. Er fand es über ein Flag namens „disable_aio_sources_button_tap“. Normalerweise öffnet ein Tipp auf die Quellen-Symbole einen Feed mit Artikeln dieser Quellen. Seine Screenshots zeigten ein Fox-9-Video von YouTube mit kurzer Zusammenfassung und einer Reihe Quellen-Symbole.

Lily Ray teilte den Bericht, und Rajan Patel, bei Google VP of Engineering für die Suche, antwortete am Montagabend laut Search Engine Journal:

Das war ein Fehler in einem Discover-Experiment. Wir haben das Experiment abgeschaltet, und die Funktion funktioniert wieder wie vorgesehen.

Andell stellte am 27. Oktober fest, dass das Experiment entfernt und durch ein anderes namens „aio tap falls through to hero“ ersetzt wurde. Was das neue Experiment bewirkt und wo es läuft, ist unklar. Beide Aussagen können nach Angabe der Quellen gleichzeitig stimmen: Google sagt, alles funktioniere wie vorgesehen, Andell berichtet von einem Ersatz.

Was offen bleibt

Unbekannt ist laut ALM Corp und Search Engine Journal, was das ursprüngliche Experiment testen sollte, wie lange es lief und wie viele Nutzer es sahen. Für Verlage ist der Search-Console-Bericht „Discover Generative AI“ relevant. Er zeigt nach der Hilfeseite nur Impressionen, also wie oft Links zu deiner Seite über generative KI in Discover angezeigt wurden, jedoch keine Tipps auf Quellen. Der Bug lässt sich darin also nicht nachweisen. Verlage können nur selbst prüfen, ob ein Tipp auf die Quellen den Artikel-Feed öffnet; das gilt allerdings nur für das eigene Konto zu diesem Zeitpunkt.

Einordnung

Die KI-Zusammenfassungen wanderten von der Suchseite zu „Ähnliche Fragen“ und nun in Discover. Google nannte auf der I/O 2025, AI Overviews erreichten mehr als 1,5 Milliarden Menschen im Monat. Gleichzeitig berichten laut Mashable unter anderem Wall Street Journal und Bloomberg von deutlich sinkendem organischem Suchverkehr; eine SimilarWeb-Analyse von 2025 nennt 26 Prozent Rückgang seit dem Start der AI Overviews. Google spielt solche Berichte herunter. Für Leser ist Discover mit Zusammenfassungen bequemer, für Verlage riskanter, denn Discover ist für viele eine wichtige Traffic-Quelle. Offen bleibt, ob Google bei Lifestyle-Themen bleibt, wie sich Klickzahlen entwickeln und was das Ersatzexperiment bewirkt. Konkrete Verkehrsverluste durch den Quellen-Bug sind nicht belegt.

Videos zum Thema

Google Poisoning Tracking Tools, Google AI Results Updates, Discover To Change, Ads, ChatGPT & SEO RustyBrick Barry Schwartz Search Engine Roundtable · YouTube

Quellen

#google#discover#ai-overviews#verlage#suche
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