Spark-X2.6-4B: Kompaktes Agenten-Modell für Geräte, Apache 2.0

Das SparkLLM-Team (XHToken) hat Spark-X2.6-4B veröffentlicht, ein kleines Sprachmodell mit rund 4 Milliarden Parametern für den Betrieb auf dem eigenen Gerät. Es soll bei Coding, Agenten-Aufgaben und langem Kontext deutlich besser sein als der Vorgänger und laut Hersteller teils mit 9B-Modellen mithalten.

Modell-Releases Selbst ausprobieren 19. Okt. 2026 3 Min. Lesezeit Quelle: Hugging Face Trending
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Das SparkLLM-Team hat auf Hugging Face das Modell Spark-X2.6-4B veröffentlicht. Es ist ein kompaktes, allgemein einsetzbares Sprachmodell mit etwa 4,1 Milliarden Parametern (Parameter sind grob gesagt die Stellschrauben, die das Modell beim Training gelernt hat). Es ist für den Einsatz direkt auf Geräten gedacht, also ohne große Rechenzentren. Die Lizenz ist Apache 2.0, die Gewichte sind frei herunterladbar. Unterstützt werden Englisch und Chinesisch.

Das Modell erscheint laut Modellkarte gut einen Monat nach Spark-X2.5. Der Hersteller betont, die Architektur sei exakt dieselbe wie bei Spark-X2.5-4B. Die Fortschritte stammen also nicht aus einem neuen Aufbau, sondern aus verbessertem Post-Training. Das ist die Phase nach dem Grundtraining, in der das Modell auf Aufgaben, Werkzeugnutzung und Antwortverhalten getrimmt wird.

Was das Modell können soll

Der Hersteller nennt Verbesserungen bei Coding, Agenten-Aufgaben, langem Kontext, Mehrsprachigkeit und logischem Denken. Mit „Agenten“ sind Abläufe gemeint, in denen das Modell Werkzeuge aufruft, mehrstufig plant und zum Beispiel Software-Aufgaben erledigt. Laut Modellkarte erreicht es unter ähnlich großen Open-Source-Modellen Spitzenwerte und erreicht oder übertrifft teils Modelle mit etwa 9 Milliarden Parametern.

Ein besonderes Merkmal ist das steuerbare Denkbudget. Es gibt drei Stufen: none, low und high. Anwendungen können damit abwägen zwischen Qualität der Überlegung, Antwortzeit und Rechenkosten. Im Standard ist das Denken über die Chat-Vorlage aktiviert; pro Anfrage lässt es sich mit enable_thinking: false abschalten.

Benchmarks und Effizienz

Die Modellkarte vergleicht das Modell mit führenden On-Device-Modellen ähnlicher Größe in den Bereichen Agenten, Code, Mathematik, Allgemeinwissen und Wissen. Genannt werden Qwen3.5-4B und Gemma-E4B als Vergleich bei der Inferenzeffizienz. Spark-X2.6-4B soll hier gleichauf oder besser liegen und zugleich leistungsfähiger sein. Die konkreten Zahlen stehen nur in Grafiken, die im Text nicht vorliegen. Es handelt sich ausschließlich um Herstellerangaben ohne unabhängige Überprüfung.

Technik und Einsatzmöglichkeiten

Die Modellkarte listet viele Laufzeitumgebungen:

  • Transformers (Version 4.57.1 erforderlich, trust_remote_code=True nötig)
  • SGLang und vLLM als Server mit OpenAI-kompatibler Schnittstelle, auch für Ascend-NPUs von Huawei; für vLLM wird zusätzlich ein Spark-Plugin installiert
  • MLX über das Projekt Spark-MLX-LLM für Apple Silicon, Linux-CPU und NVIDIA-CUDA
  • llama.cpp (ab Build b10828), Ollama (ab v0.34.1, Tag SparkLLM/Spark-X2.6-4B) und LM Studio (ab 0.4.0)
  • Unsloth Studio für GGUF-Inferenz; zum Feintuning wird Llama-Factory empfohlen

Im Beispiel für SGLang wird eine Kontextlänge von 1.048.576 Tokens eingestellt. Das braucht laut Karte entsprechend viel Speicher, und bei Bedarf sollte der Wert gesenkt werden. Empfohlene Sampling-Werte: Temperatur 1.0, top_p 0.95.

Was du zum Ausprobieren brauchst

Ein 4-Milliarden-Modell läuft in 4-Bit-Quantisierung (stark komprimierte Gewichte) mit grob 3–4 GB Grafikspeicher. In voller Genauigkeit (bf16) sind es etwa 8–9 GB. Beides sind Schätzungen, die Karte nennt keine Zahlen. Zusätzlich frisst langer Kontext Speicher, also lieber kürzere Kontextlängen wählen. Etwa 10 GB freier Speicherplatz reichen für die Gewichte. Auf einem Mac mit Apple Silicon geht es über MLX, ohne GPU über die CPU-Variante von Spark-MLX-LLM, aber langsamer. Ollama und LM Studio sind der einfachste Einstieg.

Einordnung

Kleine Modelle für Geräte sind gefragt, weil sie Datenschutz und niedrige Kosten bieten. Spark-X2.6-4B tritt gegen Qwen3.5-4B und Gemma-E4B an. Die freie Apache-2.0-Lizenz und die breite Werkzeugunterstützung sind praktisch. Kritisch: Alle Leistungsaussagen sind Herstellerangaben, die Zahlen liegen nur als Grafik vor. Die Modellkarte spricht von „spark2_5“ als Architekturnamen und benötigt trust_remote_code, was bedeutet, dass beim Laden fremder Code ausgeführt wird. Das sollte man bewusst abwägen. Auch ist die Rede von GGUF, doch das Repository selbst enthält keine GGUF-Dateien. Ob die Qualität im Alltag, besonders auf Deutsch, überzeugt, ist offen, denn genannt werden nur Englisch und Chinesisch.

Quellen

#spark-x2.6#on-device#open-weights#agenten#apache-2.0
Originalquelle lesen

Selbst ausprobieren: Spark-X2.6-4B

Schritt für Schritt erklärt, auch ohne Vorkenntnisse – auf deinem Rechner oder kostenlos im Browser.

Was kann ich damit machen?

Du kannst lokal einen Chat-Assistenten betreiben, der programmieren hilft, Werkzeuge aufruft und Aufgaben in mehreren Schritten löst. Das Denken lässt sich an- oder abschalten, um Tempo gegen Qualität zu tauschen.

Für wen lohnt es sich?

Interessant für Entwickler und Bastler mit kleiner GPU oder Mac, die ein sparsames Agenten-Modell testen wollen. Wer vor allem gutes Deutsch braucht, sollte vorsichtig sein, denn genannt sind nur Englisch und Chinesisch.

Größe4,1 Mrd. Parameter
Download3,5 GB (bei 100 MBit/s ca. 5 Min.)
Lizenzapache-2.0
ArtSprachmodell (Text-Chat)

Was dein Rechner braucht

Grafikkarte (NVIDIA) mind. 5 GB VRAMz. B. RTX 2060, RTX 3050 8 GB, RX 6600
Mac (Apple Silicon M1–M5) ab 8 GB gemeinsamer SpeicherGrafik und Prozessor teilen sich den Speicher – etwa 70 % davon kann das Modell nutzen
Nur Prozessor (ohne Grafikkarte) Ohne Grafikkarte flüssig nutzbargeschätzt 18 Wörter pro Sekunde auf einem aktuellen Desktop-PC. Dafür mindestens 16 GB Arbeitsspeicher.
Speicherplatz ca. 5,5 GB freiModell-Download plus Programme
Google Colab läuft kostenlosGratis-GPU Tesla T4 mit 15 GB reicht

Welche Variante passt zu mir?

Viele Modelle gibt es in mehreren Größen oder „Quantisierungen“. Das sind komprimierte Fassungen: kleiner und schneller, dafür minimal ungenauer. Faustregel: Nimm die größte Variante, deren Speicherbedarf in deinen Grafikspeicher (VRAM) passt. Die Skripte unten wählen das automatisch für dich aus.

VarianteDownloadBraucht ca.Passende Grafikkarten
Q4_K_M Standard 3,5 GB5 GBz. B. RTX 2060, RTX 3050 8 GB, RX 6600
Q8_0 4,4 GB6 GBz. B. RTX 2060, RTX 3050 8 GB, RX 6600

Es gibt ein 4B-Modell. Für kleine GPUs oder Laptops empfiehlt sich eine 4-Bit-GGUF-Variante über Ollama oder LM Studio; mit mehr Speicher geht bf16 über Transformers, vLLM oder SGLang.

  • Etwa 4–5 GB VRAM bei 4-Bit, rund 9 GB bei bf16 (Schätzung).
  • Sehr lange Kontexte (bis 1.048.576 Tokens im Beispiel) brauchen deutlich mehr Speicher; --context-length reduzieren.
  • Apple Silicon läuft über Spark-MLX-LLM, auch Linux-CPU wird unterstützt.
  • Auch Huawei-Ascend-NPUs werden unterstützt.
Wie finde ich heraus, was mein Rechner hat?
  • Windows: Strg + Umschalt + Esc drücken → Task-Manager → Reiter Leistung → links GPU anklicken. Unten steht Dedizierter GPU-Speicher (das ist dein VRAM). Den Arbeitsspeicher findest du unter Arbeitsspeicher.
  • Mac: Apfel-Menü oben links → Über diesen Mac. Dort stehen Chip (z. B. M2) und Speicher (z. B. 16 GB). Bei Apple-Chips teilen sich Grafik und Prozessor diesen Speicher.
  • Linux: Im Terminal nvidia-smi eingeben (zeigt Grafikkarte und Speicher) und free -h für den Arbeitsspeicher.

Anleitung

Google Colab (im Browser, ohne Installation)

Google Colab ist ein kostenloser Dienst von Google: Du bekommst für ein paar Stunden einen Rechner mit Grafikkarte im Browser. Du brauchst nur ein Google-Konto. Für dieses Modell: läuft kostenlos – Gratis-GPU Tesla T4 mit 15 GB reicht.

  1. Notebook herunterladen. Klick auf den Knopf und speichere die Datei.

    colab.ipynb herunterladen

  2. Colab öffnen. Geh auf colab.research.google.com und melde dich mit deinem Google-Konto an.
  3. Notebook hochladen. Im Fenster, das erscheint, links auf Hochladen klicken (oder oben Datei → Notebook hochladen) und die Datei colab.ipynb auswählen.
  4. Grafikkarte einschalten. Oben im Menü Laufzeit → Laufzeittyp ändern → bei Hardwarebeschleuniger T4-GPU auswählen → Speichern.
  5. Alles starten. Laufzeit → Alle ausführen (Tastenkürzel Strg + F9). Kommt die Warnung „Dieses Notebook wurde nicht von Google erstellt“, auf Trotzdem ausführen klicken.
  6. Warten. Die Zellen laufen nacheinander durch. Links neben jeder Zelle erscheint ein grüner Haken, wenn sie fertig ist. Installation und Download dauern hier etwa 5 Minuten.
  7. Ausprobieren. Das Ergebnis steht unter der letzten Zelle. Um etwas anderes zu testen, den Text in der Zelle ändern und mit Shift + Enter erneut ausführen. Die letzte Zelle startet einen richtigen Chat mit Eingabefeld.
  8. Aufräumen. Wenn du fertig bist: Laufzeit → Sitzung beenden. Das schont dein kostenloses Kontingent.

Gut zu wissen: Die Gratis-GPU ist begrenzt (meist einige Stunden am Tag). Nach rund 90 Minuten ohne Aktivität trennt Colab die Verbindung, dann alles neu starten.

Windows 10 / 11

Am einfachsten geht es mit Ollama, einem kostenlosen Programm, das KI-Modelle mit einem Befehl startet.

  1. Grafikkartentreiber aktualisieren (nur bei NVIDIA-Karten): Die NVIDIA-App bzw. den aktuellen Treiber installieren. AMD-Karten: aktuellen Adrenalin-Treiber nutzen.
  2. Ollama installieren. Auf ollama.com/download/windows die Datei OllamaSetup.exe herunterladen, doppelklicken und Install wählen. Danach sitzt rechts unten in der Taskleiste ein kleines Lama-Symbol.
  3. Eingabefenster öffnen. Windows-Taste drücken, PowerShell eintippen und Enter drücken. Es öffnet sich ein blaues oder schwarzes Fenster.
  4. Modell starten. Diesen Befehl kopieren (Knopf „Kopieren“), mit Rechtsklick ins Fenster einfügen und Enter drücken:
    ollama run hf.co/XHToken/Spark-X2.6-4B-GGUF:Q4_K_M
    Beim ersten Mal lädt Ollama das Modell herunter (3,5 GB (bei 100 MBit/s ca. 5 Min.)). Danach geht es sofort.
  5. Losschreiben. Sobald >>> Send a message erscheint, deine Frage eintippen und Enter drücken. Mit /bye beendest du den Chat.

Zu wenig Speicher? Nimm eine kleinere Variante aus der Tabelle oben, z. B. ollama run hf.co/XHToken/Spark-X2.6-4B-GGUF:Q4_K_M.

Lieber automatisch? Skript, das die passende Variante selbst auswählt
  1. Beide Dateien in denselben Ordner herunterladen: try_windows.ps1 demo.py
  2. Den Ordner im Explorer öffnen, mit Rechtsklick auf eine freie Stelle In Terminal öffnen wählen.
  3. Diesen Befehl einfügen und Enter drücken:
    powershell -ExecutionPolicy Bypass -File try_windows.ps1

Das Skript installiert Ollama bei Bedarf über winget, misst deinen Grafikspeicher und lädt die passende Variante.

macOS

Ideal sind Macs mit Apple-Chip (M1 bis M5). Ältere Intel-Macs sind sehr langsam.

  1. Ollama installieren. Auf ollama.com/download/mac herunterladen, die Datei öffnen und Ollama in den Ordner Programme ziehen. Ollama einmal starten – oben in der Menüleiste erscheint ein Lama.
  2. Terminal öffnen. Cmd + Leertaste drücken, Terminal eintippen, Enter.
  3. Modell starten. Befehl einfügen (Cmd + V) und Enter:
    ollama run hf.co/XHToken/Spark-X2.6-4B-GGUF:Q4_K_M
    Beim ersten Mal wird das Modell heruntergeladen (3,5 GB (bei 100 MBit/s ca. 5 Min.)).
  4. Losschreiben. Frage eintippen, Enter. Mit /bye beenden.
Automatisch die passende Variante wählen

try_mac.sh

cd ~/Downloads
bash try_mac.sh

Linux

  1. Grafikkarte prüfen. nvidia-smi sollte deine Karte anzeigen. Wenn nicht, unter Ubuntu den Treiber installieren und neu starten:
    sudo ubuntu-drivers install
  2. Ollama installieren:
    curl -fsSL https://ollama.com/install.sh | sh
  3. Modell starten:
    ollama run hf.co/XHToken/Spark-X2.6-4B-GGUF:Q4_K_M
    Mit /bye beenden. Mit ollama ps siehst du, ob das Modell auf der GPU läuft.
  4. Oder automatisch die passende Variante wählen lassen:

    try_linux.sh

    bash try_linux.sh
    # mit Python/transformers statt Ollama:
    MODE=hf bash try_linux.sh

Das kannst du ausprobieren

Schreibe eine Python-Funktion, die doppelte Zeilen in einer CSV-Datei entfernt, und erkläre sie kurz.
Plane in Schritten, wie ich eine kleine Flask-App mit Login testen kann.
Fasse diesen langen Text in fünf Stichpunkten zusammen und denke dabei ausführlich nach.

Wenn es hakt

Transformers muss exakt in Version 4.57.1 installiert sein und trust_remote_code=True gesetzt werden.

llama.cpp braucht Build b10828 oder neuer, Ollama v0.34.1+, LM Studio 0.4.0+.

Für vLLM muss das Spark-Plugin aus dem GitHub-Repo installiert werden.

Der Beispielwert max_new_tokens=131072 und die riesige Kontextlänge können Speicher sprengen; kleinere Werte wählen.

„out of memory“, Absturz oder der Rechner hängt

Das Modell ist zu groß für deinen Grafikspeicher. Nimm eine kleinere Variante aus der Tabelle oben und schließe andere Programme, vor allem Spiele und Browser mit vielen Tabs.

Es läuft, aber extrem langsam

Wahrscheinlich rechnet der Prozessor statt der Grafikkarte. Bei Ollama zeigt ollama ps in der Spalte PROCESSOR, wie viel auf der GPU läuft. Steht dort „100% CPU“, Grafiktreiber aktualisieren oder eine kleinere Variante nehmen, die komplett in den Grafikspeicher passt.

„ollama“ bzw. „python“ wird nicht gefunden

Das Eingabefenster schließen und neu öffnen, damit es das frisch installierte Programm kennt. Bei Python unter Windows: neu installieren und das Häkchen Add python.exe to PATH setzen.

Windows: „Die Ausführung von Skripts ist auf diesem System deaktiviert“

Das Skript genau mit dem Befehl oben starten: powershell -ExecutionPolicy Bypass -File try_windows.ps1. Das erlaubt die Ausführung nur dieses einen Mal.

Fehlermeldung beim Laden des Modells (Version, „trust_remote_code“, unbekannte Architektur)

Ganz neue Modelle brauchen oft die neueste Programmversion. Bei Ollama: Ollama aktualisieren. Bei Python: pip install -U transformers in der aktivierten Umgebung. Die Model Card nennt meist die genaue Version.

Skripte und Notebook erzeugt Tokenstrom automatisch. Bitte vor dem Ausführen kurz ansehen – sie sind lesbarer Klartext. Lizenz des Modells beachten: apache-2.0.