Anthropic benennt Claude-Tarife um und streicht 5-Stunden-Limit bei Ultra

Anthropic nennt „Max 5x“ künftig „Max“ und „Max 20x“ „Ultra“. Grund ist Verwirrung: Der Faktor 20 galt nur für das 5-Stunden-Limit, nicht für das Wochenlimit. Verifizierte Ultra-Nutzer verlieren das 5-Stunden-Limit, das Wochenlimit bleibt.

Projekte 31. Okt. 2026 3 Min. Lesezeit Quelle: AI Times (KR)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Anthropic hat am 30. Oktober 2026 (Ortszeit) über X angekündigt, die beiden teuersten Claude-Abos umzubenennen und für verifizierte Kunden des Top-Tarifs das 5-Stunden-Limit abzuschaffen. Aus „Max 5x“ wird „Max“, aus „Max 20x“ wird „Ultra“. Die Monatspreise bleiben bei 100 bzw. 200 US-Dollar. Bestehende Abonnenten müssen nichts ändern. Anlass war laut AI Times Verwirrung bei Kunden über die Bedeutung des „20x“.

Woher die Verwirrung kam

Als Anthropic im April 2025 die Max-Tarife einführte, versprach es für 200 Dollar im Monat 20-mal so viel Nutzung wie im 20-Dollar-Tarif Pro. Damals gab es nur ein Limit, das sich alle fünf Stunden zurücksetzt. Die Angabe stimmte also.

Dann stieg die Nutzung stark an. Im Juli 2025 häuften sich Nutzer, die Claude Code, das Programmier-Werkzeug von Anthropic, über sehr lange Zeit am Stück laufen ließen. Anthropic führte deshalb zum 28. August ein zusätzliches Wochenlimit ein. Als Gründe nannte das Unternehmen laut Bericht Dauerbetrieb rund um die Uhr, Account-Sharing und Weiterverkauf des Dienstes.

Dabei blieb das 5-Stunden-Limit des 200-Dollar-Tarifs beim 20-Fachen von Pro, das Wochenlimit wurde aber nur auf das 10-Fache gesetzt. Der Name „Max 20x“ blieb. Neue Kunden gingen deshalb davon aus, dass auch die Wochennutzung 20-mal so hoch sei.

Mike Overell, bei Anthropic für das Claude-Abo-Produkt verantwortlich, erklärte auf X: Er verstehe, dass manche neue Nutzer die 20x-Angabe auf beide Limits bezogen hätten. Man hätte es besser erklären müssen, und es tue ihm leid.

Was sich konkret ändert

Tarif (neu) Früher Preis Limits relativ zu Pro
Max Max 5x 100 $ 5-Stunden- und Wochenlimit je 5x
Ultra Max 20x 200 $ Wochenlimit 10x, 5-Stunden-Limit entfällt für Verifizierte

Verifizierte Ultra-Nutzer können Claude bis zum Erreichen des Wochenlimits nutzen, ohne dass zwischendurch ein 5-Stunden-Limit greift. Die Verifizierung läuft automatisch; man kann sie nicht beantragen. Fällt die Beschränkung weg, informiert Anthropic per E-Mail. Overell sagte, die Einführung erfolge schrittweise, um Missbrauch und Betrug zu verhindern. Zuerst sind die meisten Bestandskunden dran, neue Konten behalten bis zur Verifizierung eine vorläufige Begrenzung.

Was es nicht ändert

Das Wochenlimit wird nicht erhöht. Insgesamt gibt es also nicht mehr Nutzung, sondern mehr Flexibilität: Wer will, kann sein Wochenkontingent in kurzer Zeit verbrauchen. Das hilft vor allem Entwicklern, die mit Claude Code lange Programmieraufgaben erledigen. Bisher mussten sie nach Erreichen des 5-Stunden-Limits bis zum nächsten Reset warten, selbst wenn wöchentlich noch Kontingent übrig war. Die Nutzung in Claude Web, Claude Code und weiteren Anwendungen wird weiterhin auf ein gemeinsames Limit angerechnet.

Anthropic hat die Änderungen auf der Preisseite und in der Ultra-Hilfe angepasst. Overell deutete weitere Verbesserungen an, nannte aber weder Inhalte noch Zeitplan.

Einordnung

Die Umbenennung ist vor allem Schadensbegrenzung: Ein Name, der einen Faktor verspricht, der nur für einen Teil der Limits gilt, war irreführend. Positiv ist, dass Anthropic den Fehler einräumt. Das Ende des 5-Stunden-Limits ist eine echte Erleichterung für Dauernutzer, aber kein Mehr an Kontingent, und es gilt nur für verifizierte Konten, deren Kriterien nicht offengelegt sind. Der Zeitpunkt passt zum Trend: Laut AI Times erweiterte auch OpenAI am 29. Oktober die Nutzung der Pro- und Unternehmens-Tarife um bis zu das Doppelte und verwarf Pläne, das 200-Dollar-Angebot zu kürzen. Mit der wachsenden Zahl langer Agenten-Aufgaben lockern große Anbieter offenbar die Limits für zahlende Kunden.

Quellen

#anthropic#claude#preise#claude-code#abo
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