Google stellt KI-Coding-Agent Jules ein – Antigravity bekommt Plugin-Marktplatz

Google schaltet Jules, seinen Coding-Agenten für Hintergrundaufgaben, zum 31. Dezember ab. Die Funktionen sollen in Antigravity aufgehen, das gleichzeitig einen Plugin-Marktplatz für Dienste wie Slides, Sheets, Canva und Figma erhält.

Projekte 30. Okt. 2026 4 Min. Lesezeit Quelle: Bing News (en-US)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Google hat am 29. Oktober 2026 zwei Dinge für seine Entwickler-KI verkündet. Erstens wird Jules, ein KI-Agent, der Programmieraufgaben selbstständig im Hintergrund in der Cloud erledigt, am 31. Dezember eingestellt. Zweitens startet für Google Antigravity, die neuere „agentenzentrierte“ Entwicklungsplattform, ein Plugin-Marktplatz. Als Grund für das Aus nennt Google laut der Hauptquelle, die Arbeit an KI-Agenten zum Programmieren in einem Produkt zu bündeln. Erkenntnisse aus Jules sollen in Antigravity und andere Projekte einfließen.

Zeitplan und was Jules-Nutzer tun sollten

  • Bis 11. November: Sitzungen laufen normal weiter.
  • Ab 11. November: Jules ist schreibgeschützt (ansehen ja, Arbeit nein).
    1. Dezember: Der Dienst endet.

Exportieren lassen sich Einstellungen, Umgebungsvariablen (Konfigurationswerte, die an Programme übergeben werden), geplante Aufgaben, verbundene Repositories (Orte, an denen Code gespeichert ist), das „Gedächtnis“ und Protokolle früherer Arbeit in lokale Ordner. Der Export kann Geheimnisse wie Passwörter enthalten; das Team warnt, den Ordner nicht weiterzugeben oder in Repositories abzulegen. Code, Branches und Pull Requests bleiben auf GitHub. Uhrzeit und Zeitzone der Fristen sind laut Quelle nicht genannt, man sollte also früh handeln.

Google sagte laut The Verge, der Vorteil der automatischen Hintergrundausführung werde in Antigravity integriert. Dass Jules-Verläufe oder -Einstellungen automatisch übernommen werden, steht nicht fest.

Was Jules war

Laut Crypto Briefing verband man Jules mit GitHub-Repositories; der Agent erledigte etwa Bugfixes und Feature-Wünsche selbstständig in virtuellen Maschinen in der Google Cloud statt auf dem eigenen Rechner. Es gab ein Gratis-Kontingent von 15 Aufgaben pro Tag, maximal 3 gleichzeitig. Jules startete Ende 2024 als Google-Labs-Experiment, bekam im Mai 2025 eine öffentliche Beta und war ab August 2025 allgemein verfügbar. Für diese Kurzlebigkeit gibt es keine Nutzerzahlen von Google; wie viele Entwickler betroffen sind, ist unklar. Für das Gratis-Kontingent ist laut Crypto Briefing kein Gegenstück in Antigravity angekündigt. Erste Reaktionen in sozialen Medien beschreibt die Quelle als gemischt, aber nicht feindselig.

Antigravity und der Plugin-Marktplatz

Antigravity wurde im November 2025 vorgestellt und erreichte auf der Google I/O 2026 Version 2.0. Es hat sich zu einem Werkzeug entwickelt, das mehrere Agenten koordiniert, und unterstützt etwa Desktop-Verwaltung und geplante Aufgaben. Hintergrundausführung galt als fehlendes Stück.

Der Marktplatz ist ein Verzeichnis, aus dem sich Google- und Drittanbieter-Plugins per Klick installieren lassen, in der Antigravity-App und der Kommandozeilenversion. Ein Plugin kann bis zu fünf Bausteine enthalten: Skills (Aufgabenabläufe), MCP-Server (Verbindungen der KI zu externen Diensten), Regeln, Hooks (automatisch zu bestimmten Zeitpunkten laufende Prozesse) und eigene Agenten. Bisher musste man Konfigurationsdateien pro Repository von Hand schreiben.

Genannt werden Google Kalender, Docs, Drive, Sheets und Slides sowie Atlassian (Jira), Canva, Figma, Dropbox, monday.com, Stripe, Datadog, Databricks, CrowdStrike, SentinelOne und Unity. Der Rollout erfolgt schrittweise, nicht jeder sieht den Marktplatz sofort. Preise und Tarife nennt die Ankündigung nicht.

Praxis und Vorsicht

Der Autor der Hauptquelle rät, in Antigravity unter „Customizations“ die Plugin-Liste zu öffnen, zunächst nur ein Plugin zu installieren (z. B. Sheets) und mit rein lesenden Aufgaben zu testen, etwa eine Tabelle zusammenfassen zu lassen, ohne sie zu ändern. Man kann die KI auch vor der Installation auflisten lassen, welche Skills, MCP-Server, Hooks und Agenten ein Plugin mitbringt und welche Schreib- oder Löschaktionen es erlaubt. Bei Firmenkonten gilt: erst interne Regeln prüfen.

How-To Geek urteilt in einem Meinungsstück, Antigravity sei dem Coden mit Claude überlegen, wenn man wie ein Projektmanager arbeitet: Planmodus nutzen, Pläne prüfen, Agenten im Manager-View steuern. Ohne Kontrolle gerate der Agent in Fehlerschleifen.

Einordnung

Das Aus für Jules passt zu einem Muster: Google bündelt seine Coding-Angebote unter Antigravity. Schon im Juni wurde laut Tech Times Gemini CLI für Gratis-, AI-Pro- und Ultra-Nutzer abgeschaltet und durch das Closed-Source-Tool Antigravity CLI ersetzt, mit einem Gratis-Limit von etwa 20 statt 1.000 Anfragen pro Tag. Entwickler, die auf Google-Tools bauen, müssen also mit kurzen Produktzyklen rechnen. Offen bleiben Preise, Limits und ob alle Jules-Funktionen übernommen werden.

Quellen

#google#jules#antigravity#coding-agent#plugins
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