Betelgeuse: 68-GB-MoE-Modell mit 22 tok/s auf RTX 3060 und 16 GB RAM

Ein Entwickler zeigt mit Betelgeuse, einem llama.cpp-Fork, dass sich das 68 GB große Qwen 3.8 Flash Next auf einem normalen Gaming-PC mit 12 GB VRAM und nur 16 GB RAM mit rund 22 Token pro Sekunde betreiben lässt. Dabei werden laut Autor keine Experten weggelassen, die Ausgabe sei Byte für Byte identisch zum Original.

Tools 31. Okt. 2026 4 Min. Lesezeit Quelle: Reddit: lokale Modelle & Bild-KI
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Ein Nutzer (u/zyxciss) stellt auf Reddit in r/LocalLLaMA Betelgeuse vor, eine Laufzeitumgebung als Fork von llama.cpp. Ziel: das sehr große Mixture-of-Experts-Modell (MoE – ein Modell, das aus vielen „Experten“-Teilnetzen besteht, von denen pro Token nur einige aktiv sind) Qwen 3.8 Flash Next in einer 68 GB großen Quantisierung (GSQ-RCO-IQ2_XS) auf einem normalen Gaming-PC nutzbar zu machen. Alle Zahlen stammen vom Autor selbst und sind nicht unabhängig überprüft.

Der Autor distanziert sich zugleich von einem früheren Prototyp: Dieser habe durch „Gate Pruning“ (selten genutzte Experten weglassen) hohe Geschwindigkeiten erzielt, aber die Qualität verschlechtert. Das habe er verworfen. Betelgeuse lasse dagegen keinen einzigen Experten aus.

Testsystem

  • GPU: RTX 3060 mit 12 GB VRAM
  • RAM: 16 GB DDR4, Single-Channel (ca. 19 GB/s); getestet in einer cgroup mit MemoryMax=12G
  • Betriebssystem: CachyOS / Arch Linux
  • Speicher: Consumer-NVMe-SSD mit rund 2,1 GB/s

In stock llama.cpp lädt das Modell per mmap (Datei wird in den Speicher eingeblendet), der Seitencache des Betriebssystems „thrasht“: etwa 1.500 große Page Faults pro Token, nur 1,47 tok/s. Die Alternative Strata erreiche 40+ tok/s, brauche dafür aber 48–64 GB RAM; auf 16 GB falle sie mit --low-ram mmap auf 8,11 tok/s zurück.

Wie Betelgeuse arbeitet

  • Arrival-Slack VRAM Slot Pool: Alle 49 dichten Layer samt GDN, QSA und LM-Head belegen etwa 3,2 GB VRAM. Der Rest hält rund 5.000 Experten-Slots, ungleich verteilt: 240 pro Layer in den frühen Layern 0–4 (dort gibt es keinen Rechenspielraum), 92 in der Mitte, 60 am Ende.
  • In-Stream GPU Doorbell + CUDA-Graph-Replay: Statt den Graphen pro Token 48-mal aufzuteilen und die CPU zu fragen (laut Autor rund 360 ms pro Token durch cudaStreamSynchronize), prüft ein eigener CUDA-Kernel in ca. 2 µs, ob ein Experte im VRAM liegt, und „klingelt“ nur bei einem Fehlzugriff den Host an. So läuft der gesamte Decode-Durchgang als ein einziger CUDA-Graph-Replay.
  • RAM Victim Cache + io_uring Pager: Aus dem VRAM verdrängte Experten wandern in einen RAM-Cache, VRAM und RAM halten sich exklusiv, ohne Duplikate im Seitencache. Die SSD-Lesemenge sinkt auf 12,43 MB pro Token.
  • Kein doppelter Speicher: Das Modell wird aufgeteilt in Dense.gguf (3,2 GB), experts.bin (35,3 GB, 4-KB-ausgerichtet) und PLE.gguf (26,8 GB).

Messwerte

Engine Kalt Warm Spitzen Prompt-Verarbeitung SSD-Lesen Parität
Stock llama.cpp (mmap) 1,47 tok/s 1,63 tok/s ~2 14–20 208–312 MiB/Tok Basis
Strata (--low-ram mmap) 8,11 8,11 ~9 34,6 ~105 ms Pool-Wait ~0,022 KL
Betelgeuse 16,80 22,03 bis 48 16,2–19,3 12,43 MiB/Tok 100 % byte-genau

Bei langen Coding-Prompts halte es 21,8–22,03 tok/s. Auch die riesige Q8_K_XL-Variante (~190 GB) laufe auf derselben Maschine mit 8 tok/s kalt und 12 tok/s warm (Spitzen 21), während stock llama.cpp abstürze oder unter 0,1 tok/s liege. Auffällig: Die Prompt-Verarbeitung ist langsamer als bei Strata.

Was du zum Ausprobieren brauchst

Laut Autor reicht eine Nvidia-GPU mit 12 GB VRAM (RTX 3060), 16 GB RAM und eine NVMe-SSD mit genug Platz (das Paket umfasst gut 65 GB; die größte Variante ca. 190 GB). Getestet wurde nur unter Linux mit CUDA. Es gibt einen vorgepackten Bundle auf Hugging Face (Alpha-Orionis-XS), Code auf GitHub und einen Upstream-PR für llama.cpp.

Einordnung

Das Projekt zeigt, dass bei großen MoE-Modellen nicht nur die Rechenleistung, sondern vor allem Speichermanagement und Synchronisation den Ausschlag geben. Besonders relevant: Es ist kein Qualitätsverlust durch Weglassen von Experten im Spiel. Kritisch: Alle Benchmarks stammen vom Autor, nur auf einer Hardware-Konfiguration; die Byte-Genauigkeit wurde an 576 Tokens belegt. Die Prompt-Verarbeitung ist nicht schneller als bei Alternativen, und der Upstream-PR hat laut Autor selbst geringe Merge-Chancen. Die DeepSeek-V4.1-Portierung ist noch frühe Entwicklung.

Videos zum Thema

Strata + Qwen 3.8 Flash Next + nVidia RTX 3060 + M10 Yellowsheep Studio · YouTube
#llama.cpp#moe#qwen#offloading#rtx-3060
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