Google Vids: Drei kostenlose 15-Sekunden-KI-Videos pro Monat mit Omni 1.2 Flash

Googles Video-Werkzeug Vids nutzt jetzt das neue Videomodell Gemini Omni 1.2 Flash. Wer ein Google-Konto hat, darf damit drei Clips von bis zu 15 Sekunden pro Monat gratis erzeugen. Für Entwickler wird das Modell gleichzeitig um 30 Prozent günstiger.

Projekte 7. Nov. 2026 5 Min. Lesezeit Quelle: Bing News (en-US)
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

Google hat am 5. November 2026 sein neues Videomodell Gemini Omni 1.2 Flash vorgestellt und baut es in Google Vids ein. Vids ist Googles Videoprogramm im Browser, eine Art Präsentationsprogramm für Videos, dessen Projekte in Google Drive gespeichert werden. Die wichtigste Neuerung für normale Nutzer: Wer ein privates Google-Konto oder ein berechtigtes Workspace-Abo hat, kann laut Google bis zu drei KI-Videos pro Monat von je bis zu 15 Sekunden ohne Aufpreis erzeugen.

Die Umstellung läuft schrittweise. Google rechnet damit, dass die Funktion innerhalb von ein bis drei Tagen in den unterstützten Workspace-Konten auftaucht. Der Einstieg geht am Desktop-Rechner über die Adresse vids.new. Wichtig ist: Drei Videos sind eine feste Obergrenze und kein unbegrenztes Gratisangebot. Wie viel man genau bekommt, kann je nach Konto unterschiedlich sein.

Was Omni 1.2 Flash besser kann

Laut Google ist das neue Modell vor allem in drei Punkten besser:

  • Längere Clips: Die Länge lässt sich zwischen 3 und 15 Sekunden einstellen, laut TechRepublic in Ein-Sekunden-Schritten. Beim Vorgänger Omni 1.1 lag die Grenze bei 10 Sekunden. Das Fachportal The Tech Buzz spricht dagegen von bisher 5 Sekunden und einer Verdreifachung. Das widerspricht den Angaben von Mixed und TechRepublic, die 10 Sekunden nennen.
  • Mehr Konsistenz: Gibt man Referenzbilder vor, also Vorlagebilder etwa von einer Figur oder einem Produkt, soll das Modell Personen, Verpackungen und Markenfarben zuverlässiger gleich halten. Mixed weist ausdrücklich darauf hin, dass das eine Angabe von Google ist und nicht selbst getestet wurde.
  • Bessere Sprache: Gesprochene Passagen sollen abwechslungsreicher klingen. TechRepublic nennt außerdem natürlichere Dialoge und eine bessere Lippensynchronisation, bei der die Mundbewegungen zum gesprochenen Text passen.

Neu ist laut TechRepublic auch das mehrstufige Bearbeiten im Gespräch. Man kann mit weiteren Anweisungen nachträglich Hintergrund, Licht oder Bildausschnitt ändern, ohne neu anfangen zu müssen. Google nennt selbst auch Schwächen: schnelle Sportszenen, rasche Wechsel im Drehbuch und komplizierte Physik bereiten dem Modell weiterhin Probleme.

Ein Praxistest: schnell, aber nicht immer folgsam

Ein Autor auf der Plattform note.com hat die Funktion am 6. November mit einem privaten japanischen Google-Konto in Chrome am PC ausprobiert. Der Ablauf: Man öffnet vids.new, wählt „KI-Video erstellen“ und beschreibt das Video im Eingabefeld. In den Einstellungen waren standardmäßig das Modell „Omni“, 720p, Querformat und 10 Sekunden vorgewählt. Die Versionsnummer „1.2 Flash“ zeigte die Oberfläche nicht an. Der 10-Sekunden-Clip war nach etwa anderthalb Minuten fertig.

Als Testfall wählte er eine Kinderecke in einer Stadtbibliothek: Holzregale mit Bilderbüchern, kleine Stühle im Halbkreis, weiches Nachmittagslicht, eine langsame Kamerafahrt nach rechts, keine Menschen, keine Schrift, keine Logos. Ort, Licht, Kamerabewegung und das Fehlen von Menschen setzte das Modell genau so um. Zwei Vorgaben wurden aber ignoriert: Auf Buchrücken und Einbänden tauchten viele schriftähnliche Muster auf, und die Stühle standen nicht im Halbkreis, sondern um einen runden Tisch. Der Tester vermutet, dass Bilderbücher für das Modell einfach zu Titeln auf dem Einband gehören und dass kleine Details in einer langen Beschreibung leicht untergehen. Er betont aber, dass es sich um ein einzelnes Ergebnis handelt.

Sein Rat ist ein fester Aufbau in fünf Teilen: Ort, was zu sehen sein soll (höchstens zwei Dinge), Licht und Stimmung, genau eine Kamerabewegung und zum Schluss, was nicht vorkommen soll. Außerdem warnt er vor einer Falle: Ein fertiger Clip wird erst gespeichert, wenn man auf „Einfügen“ klickt. Schließt man vorher den Tab, ist das Video weg. Ob ein verlorener oder wiederholter Versuch auf das Kontingent von drei Videos angerechnet wird, sagt Google nicht. Der Knopf zum Hochskalieren war im Test ausgegraut.

Gemini-App, API und Preise

Der Zugang ist je nach Dienst verschieden geregelt:

Zugang Konditionen laut Quellen
Google Vids (privates Konto, berechtigte Workspace-Abos) bis zu 3 Clips à 15 s pro Monat ohne Aufpreis
Vids mit Add-on „AI Expanded Access“ höhere Nutzungsgrenzen
Gemini-App 15-Sekunden-Option für Google-AI-Ultra-Abonnenten
Gemini-API / Google Cloud 0,07 $ pro Sekunde 720p (15-s-Clip: 1,05 $)

Laut TechRepublic ist das Modell über Google Cloud und die Gemini-API allgemein verfügbar. Der Preis von 0,07 Dollar pro Sekunde sei 30 Prozent niedriger als zuvor. Entwürfe kann man in niedriger Auflösung erzeugen und gelungene Clips anschließend auf 1080p oder 4K hochskalieren. Für Unternehmen gibt es Provisioned Throughput, also fest reservierte Rechenkapazität gegen Bezahlung. Videos direkt im Business-Chat von Gemini zu erzeugen, soll erst später möglich werden.

Wasserzeichen und Schutzmechanismen

Alle erzeugten Videos tragen laut TechRepublic ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen. Das ist Googles Technik, mit der sich KI-Inhalte später maschinell als solche erkennen lassen. Aus der Modellkarte von Google DeepMind geht außerdem hervor, dass das Modell grundsätzlich die Sprache von Menschen in bestehenden Videos verändern kann. Google schränkt diese Fähigkeit derzeit aber ein. Die Funktion, Audio als Referenz vorzugeben, ist nur für freigeschaltete Nutzer verfügbar. TechRepublic rät Firmen, vor einer Veröffentlichung feste Prüfabläufe und Kennzeichnungsregeln einzuführen.

Einordnung

Google setzt darauf, KI-Video dort anzubieten, wo die Leute ohnehin arbeiten: in Workspace neben Docs und Präsentationen. The Tech Buzz sieht darin eine Kampfansage an kostenpflichtige Generatoren wie Runway und Pika und Druck auf Microsoft, das seine Copilot-Funktionen für 30 Dollar pro Nutzer und Monat verkauft. Allerdings übertreibt The Tech Buzz an mehreren Stellen. Es nennt das Angebot „komplett kostenlos“ und erwähnt die Grenze von drei Videos nicht. Die Zahl von „über 3 Milliarden Workspace-Nutzern“ belegt es ebenfalls nicht.

Für Privatleute ist das Angebot vor allem eine Gelegenheit zum Ausprobieren. Drei kurze Clips im Monat reichen für eine Vereinsankündigung oder ein kurzes Social-Media-Video, aber nicht für regelmäßige Produktion. Spannender ist die Preissenkung in der API für Entwickler und Firmen. Wie TechRepublic richtig anmerkt, entscheidet aber nicht der Sekundenpreis über die Kosten, sondern die Zahl der Versuche bis zum brauchbaren Ergebnis. Der note.com-Test zeigt, dass manche Vorgaben schlicht ignoriert werden. Unabhängige Vergleiche mit Konkurrenten wie OpenAIs Sora hat Google bisher nicht veröffentlicht.

Quellen

#google#ki-video#gemini#workspace#omni
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