OpenAI GPT-6.1 Terra: halber API-Preis, starke Computersteuerung

OpenAI hat GPT-6.1 Terra vorgestellt, ein schnelles Mittelklassemodell für Büroarbeit, Bildverstehen und Computersteuerung. Die API-Preise liegen bei der Hälfte des Vorgängers, zugleich sinken die Halluzinationen deutlich.

Modell-Releases 26. Okt. 2026 5 Min. Lesezeit Quelle: OpenAI
Symbolbild, KI-generiert

Worum es geht

OpenAI hat am 26. Oktober 2026 GPT-6.1 Terra vorgestellt. Das Modell liegt in OpenAIs Aufstellung in der Mitte: Darüber stehen GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol, darunter GPT-6 Luna. Terra soll schnell und effizient sein und kombiniert laut OpenAI detailliertes Bildverstehen, präzise Computersteuerung und klarere, natürlichere Texte. Es ist ein deutlicher Schritt nach vorn gegenüber GPT-5.6 Terra und zielt auf Aufgaben des Arbeitsalltags: Angebote schreiben, technische Zeichnungen auswerten, Formulare ausfüllen oder Videos schneiden.

Terra ist ab sofort für alle Plus-, Pro-, Enterprise- und Edu-Nutzer in ChatGPT Work und Codex verfügbar. Entwickler erreichen es über die OpenAI-API als gpt-6.1-terra. Es handelt sich um ein proprietäres Modell ohne herunterladbare Gewichte.

Preise

Die Standardpreise liegen laut OpenAI 50 % unter denen von GPT-5.6 Terra und GPT-6.1 Sol.

Modell Eingabe (pro Mio. Token) Ausgabe (pro Mio. Token)
GPT-6.1 Terra 1 $ 5 $
GPT-5.6 Terra 2 $ 12 $
Claude Sonnet 5.5 2 $ 10 $

Gecachte Eingaben, also bereits verarbeitete und wiederverwendete Textteile, kosten nur 0,05 $ pro Million Token, ein Viertel des bisherigen Satzes. Die Vergleichswerte zu Sonnet und GPT-5.6 Terra stammen von The Decoder. Simon Willison nennt Terra außerdem rund zehnmal so teuer wie GPT-6 Luna. In ChatGPT Work und Codex reicht dasselbe Nutzungskontingent laut OpenAI für mehr Aufgaben als bei GPT-5.6 Terra und deutlich mehr als bei Sol oder Astra.

Computersteuerung und Bildverstehen

OpenAI betont die Steuerung von Software. Getestet wurde unter anderem auf Agents' Last Exam, einem Benchmark mit Profiaufgaben, etwa Architekturzeichnungen in ein 3D-Modell umzusetzen oder einen Animationsfilm Szene für Szene zu protokollieren. Die Angaben von OpenAI:

  • Bei mittlerem Reasoning-Aufwand (so viel „nachdenken“ darf das Modell) liegt Terra 15 Prozentpunkte vor GPT-5.6 Terra, bei etwa einem Drittel der Kosten.
  • Es erreicht die Leistung von GPT-6 Astra bei einem Zehntel des Preises pro Token.
  • Bei maximalem Aufwand ist es über dreimal so token-effizient wie Claude Opus 5.5 bei einem Viertel des Tokenpreises, also rund neunmal niedrigere Kosten pro Aufgabe.
  • Aufgaben erledigt es über dreimal schneller als Astra und Sol.

Bei MMMU-Pro (visuelles Schlussfolgern) schlägt Terra seinen Vorgänger auf jeder Stufe und kommt Astra und Sol nahe. Bei OSWorld 2.1, das Desktop-Agenten mehrstufige Aufgaben stellt, übertrifft es mit mittlerem Aufwand das beste Ergebnis von GPT-5.6 Terra bei einem Bruchteil der Kosten.

Weniger Halluzinationen, besseres Programmieren

OpenAI hat viel in die Verringerung von Halluzinationen investiert, also erfundenen Aussagen. Auf dem internen Benchmark mit fehlerprovozierenden Prompts fiel die Fehlerrate bei niedrigem Reasoning von 53,6 % (GPT-5.6 Terra) auf 16,7 %. Bei maximalem Aufwand sank sie um 18 Punkte auf 4,3 % und liegt damit nahe an Astra und Sol. Die Artificial-Analysis-Messung auf AA-Omniscience zeigt in dieselbe Richtung: Terra rät nur noch in 38 % der Fälle, wenn es die Antwort nicht kennt, vorher waren es 88 %. Die Genauigkeit stieg um zwei Punkte.

Beim Programmieren löst Terra auf Terminal-Bench 4.0 (Programmieragenten arbeiten in der Kommandozeile) mit maximalem Reasoning 50,3 % der Aufgaben. GPT-5.6 Terra schaffte 21,5 %. Auf Terminal-Bench-Science 0.1 übertrifft es Sol bei geringeren Kosten und liegt weniger als fünf Punkte hinter Opus 5.5 bei unter einem Fünftel der geschätzten Kosten. Für die schwierigsten Programmieraufgaben empfiehlt OpenAI weiterhin Sol und Astra. Im Coding Agent Index v2.0 von Artificial Analysis erreicht Terra 48 Punkte, sechs weniger als Sol (54) und 17 mehr als Luna (31).

Unabhängige Einordnung

Artificial Analysis nennt Terra einen neuen Maßstab für Intelligenz pro Dollar. Mit maximalem Aufwand gewinnt es 6 Punkte im Intelligence Index gegenüber GPT-5.6 Terra und kostet pro Aufgabe weniger als ein Drittel (0,40 $ statt 1,40 $). Bei niedrigerem Aufwand liegen die Zuwächse bei 7 bis 13 Punkten.

OpenAIs Ted Sanders schrieb auf Hacker News, Terra sei bei technischer Kommunikation vermutlich besser als Astra und Sol, bei Vision und Computersteuerung ähnlich (aber viel schneller) und bei den meisten anderen Dingen etwas schlechter. Für Abonnenten sei es „keine Bombe“, helfe aber, wenn man an Nutzungslimits stoße. Simon Willison vergleicht Terras Position mit Anthropics Sonnet: nicht das billigste, nicht das teuerste Modell, daher schwer einzuordnen. Computersteuerung profitiere aber von einem günstigeren Modell, da sie oft für repetitive, automatisierte Aufgaben genutzt wird. Ein von ihm erzeugtes Pelikan-Bild auf „max“ kostete 11,3 Cent und dauerte 4 Minuten 11 Sekunden.

Sicherheit

Terra erreicht laut OpenAI die Stufe „Critical“ bei Cybersicherheit im Preparedness Framework und behält die Schutzmaßnahmen von GPT-6 Astra. Es bleibt eher im vorgegebenen Rahmen und benennt Einschränkungen und Hindernisse ehrlicher als GPT-5.6 Terra. Laut Systemkarte hält es direkten Angriffen auf die Anweisungshierarchie ähnlich gut stand wie Astra und Sol (99,99 %). Gegen indirekte Prompt-Injection, bei der bösartige Anweisungen in fremden Inhalten stecken, liegt die Abwehrrate bei 98,8 % nach 96,2 % beim Vorgänger.

Einordnung

Terra senkt den Preis für agentische Büro- und Computeraufgaben spürbar, etwa das Auslesen von Rechnungen und Eintragen in Buchhaltungssoftware. Für API-Entwickler ist es eine Mittelklasseoption: günstiger als Sol, deutlich stärker als Luna, besonders bei Bild, Computersteuerung und Kommunikation. Die meisten Benchmarkzahlen stammen von OpenAI selbst und sind nicht unabhängig geprüft. Die Messungen von Artificial Analysis stützen aber den Trend. Die Vergleiche mit Claude Opus 5.5 sind Herstellerangaben mit gewählten Einstellungen. Wer die höchste Leistung braucht, bleibt bei Sol oder Astra.

Quellen

#openai#gpt-6.1#computer-use#api-preise#agenten
Originalquelle lesen

Frag den KI-Assistenten

Fragen zu diesem Artikel, zur Installation oder zu Hintergründen? Unser Assistent kennt diese Seite und läuft auf unserem eigenen Rechner, nicht in einer fremden Cloud.

Verbinde …

Der Assistent ist eine KI (Gemma 4) und kann sich irren – wichtige Angaben bitte in der Quelle prüfen. Fragen werden nur zum Beantworten genutzt und nach einer Stunde gelöscht. Bitte keine persönlichen Daten eingeben.

Kommentare

Was meinst du dazu? Schon ausprobiert? Schreib es hier, ohne Anmeldung.

  1. Kommentare werden geladen …

Kommentare sind öffentlich. Links sind nicht erlaubt, beleidigende Beiträge löschen wir. Deinen eigenen Kommentar kannst du in diesem Browser jederzeit wieder löschen. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.